Als »Asozialer Mechanismus« bezeichne ich einen Vorstellungskomplex, der sich unbemerkt in unseren Köpfen und damit ĂŒber den Sozialen Organismus breit gemacht hat. Der Asoziale Mechanismus beherrscht das Denken und Handeln. Er erzeugt Verdrehung, Verwirrung, UnterdrĂŒckung, Gewalt und Krieg im Kleinen und im GroĂen, immer und ĂŒberall. Er laugt die Erde und den Menschen aus â und er hat die Zukunft, das Ideale und Schöne, den Menschen als kreatives Wesen zum Sperrgebiet erklĂ€rt.
von Michael Plein | 29. September 2025
Der Begriff »Sozial« deutet darauf hin, wie Menschen ihre Beziehungen und das gesellschaftliche Leben bewusst so gestalten, dass ein Zusammenleben gut möglich ist. Dazu braucht es FĂ€higkeiten wie Interesse, EinfĂŒhlungsvermögen, Hilfsbereitschaft, RĂŒcksicht, Höflichkeit, Verantwortungsbewusstsein. Asozial ist hier, ohne absprechenden Beiklang, als ein Verhalten gemeint, dass das Soziale stört. Mit Mechanismus ist eine Art Maschine gemeint, die störende Verhaltensweisen automatisch reproduziert. Der Asoziale Mechanismus wird im Diagramm (Abbildung 1) mit derselben Symbolik gezeigt, die oft verwendet wird, wenn es um geheime und globale Machtstrukturen geht, die die ganze Welt unter ihrer Kontrolle haben sollen. Ein zentrales Auge, an der Spitze einer Pyramide, als eine oberste und zentrale Macht, sei es eine irdische oder eine ĂŒberirdische, die Erde, Natur und Mensch beherrscht â so wie es auf der Ein-Dollar-Note zu sehen ist.[1] Hier ist jetzt aber mit diesem Dreieckssymbol keine Verschwörung einer »globalen Machtelite« gemeint, sondern eine bestimmte Bewusstseinsstruktur, die in den Köpfen der allermeisten Leute â oft auch noch in meinem Kopf â vorherrschend ist.
Es gibt verschiedene Forschungsarbeiten, die zu dem Ergebnis kommen, dass sich das menschliche Bewusstsein in bestimmten Stufen weiterentwickelt. Diese Stufen-Entwicklung schlĂ€gt sich sowohl in individuellen LebenslĂ€ufen, in der Kulturgeschichte und der Organisationsentwicklung nieder. Die Forschungen belegen, dass sich in der modernen Zeit, seit der AufklĂ€rung und der Industrialisierung, eine Bewusstseinsstruktur ausgeprĂ€gt hat, die ich kurz als »Verstand« bezeichne. Ken Wilber (US-amerikanischer Autor im Bereich Transpersonale Psychologie und Integrale Theorie) nennt diese Bewusstseinstruktur »Rational«[2], Clare Graves (US-amerikanischer Professor fĂŒr Psychologie und BegrĂŒnder der Ebenentheorie der Persönlichkeitsentwicklung) nennt sie »Traditionell, Modern«[3], Jean Gebser (deutsch-schweizerischer Philosoph, gilt als einer der ersten kulturwissenschaftlich orientierten Bewusstseinsforscher) »Mental, Rational«[4], Rudolf Steiner (österreichischer Philosoph und BegrĂŒnder der Anthroposophie) »Verstandesseele«[5], und Friedrich Glasl (österreichischer Ăkonom, Organisationsberater und Konfliktforscher) und Bernard Lievegoed (niederlĂ€ndischer Arzt, Sozialökonom und Anthroposoph) nennen sie »Differenzierungsphase«[6].
Der Verstand betrachtet und verarbeitet die Welt rein rational (in messbaren und zĂ€hlbaren Einheiten), analytisch (zertrennend) und formal-logisch (schlussfolgernd). Der Verstand denkt in GegensĂ€tzen (von entweder/oder) und er muss alles Definieren (feststellen). Durch diese Denkweise kann der Verstand die Ă€uĂere materielle Welt beherrschen, und in ihr StabilitĂ€t, Sicherheit und Wachstum erzeugen. Um das zu erreichen baut er in der Regel formalisierte, hierarchisch und mechanisch organisierte Strukturen auf.Â
Dieses Verstandesdenken, ist die Denkweise, die heute vorherrschend und selbstverstĂ€ndlich ist. Wer so denkt, gilt als rational, sachlich, normal â sogar als vernĂŒnftig. Alles wird objektiv und technisch betrachtet. Der Verstand mag keine offenen Fragen, deshalb gibt es fĂŒr alles, »laut einer Studie«, naturwissenschaftliche Antworten und Experten â das schöne, ideale, kreative, seelische und spirituelle wurde zum Hirngespinst erklĂ€rt.Â
Der Verstand herrscht durch »Materialismus«, »Kollektivismus« und »Egoismus« ĂŒber die Welt, und ist damit die geheime Macht, die alles beherrscht. Geheim ist diese Macht, weil den meisten Leuten nicht bewusst ist, dass ihr eigenes Denken von dieser Struktur beherrscht wird und welche Auswirkungen das fĂŒr ihre RealitĂ€t hat. Die meisten Probleme, mit denen der Verstand sich konfrontiert sieht â Klimawandel, Armut, Massenmigration, Korruption, Energiekrise, Inflation, Krieg, Verschuldung, Gier, Geiz, Verantwortungslosigkeit, Massentierhaltung, Massenmord, Niedergang der Kultur (und mit dabei immer das Geldsystem) â sind jedoch das Ergebnis der eigenen verworrenen Denkgewohnheiten. Â
Diese Art zu denken kam erst seit dem 18. Jahrhundert, mit der systematischer werdenden Naturwissenschaft und im 19. Jahrhundert, mit der in Fahrt kommenden Industrialisierung, zur vollen BlĂŒte. Die vielen Menschen, die durch die industrielle Revolution aus ihren natĂŒrlichen und dörflichen LebensumstĂ€nden gerissen wurden und in die neuen Fabriken kamen, waren stark in den Bann der monströsen, von Naturwissenschaftlern konstruierten, technischen Anlagen gezogen. Man erlebte sich selbst als das Zahnrad im Getriebe einer Megamaschine. Im Gegensatz zu den damals fĂŒhrenden Klassen, die die naturwissenschaftliche Denkweise oft nur als theoretische Ăberzeugung verinnerlicht hatten, orientierte sich das Leben der Proletarier, der besitzlos gewordenen Bauern und BĂŒrger, an den Grundgedanken dieser Wissenschaft. Die Naturwissenschaft lehrte, im Gegensatz zur Kirche, dass der Mensch keinen geistigen Ursprung hat, sondern sich aus niederen Lebewesen entwickelt hat. Diese Vorstellung fĂŒhrte zu der Ăberzeugung, dass das gesamte Geistesleben, einschlieĂlich Kunst, Religion, Moral und Recht, lediglich »Ideologie« ist â ein unwirkliches Abbild der materiellen VerhĂ€ltnisse. Wer frĂŒher noch an Gott glaubte, glaubte jetzt an die Naturgesetze.[7] Und endlich lieĂ sich die Natur durch Mathematik, Physik, Chemie, Biologie und Medizin beherrschen, um die VerhĂ€ltnisse zu verbessern.
Meine kĂŒrzeste Beschreibung fĂŒr Materialismus ist: Alles ist aus der Materie entstanden, auch der Geist. Laut der ErzĂ€hlung vom Urknall, ist angeblich diese gesamte Materie aus einem »Nichtspunkt« herausgeschleudert worden und hat sich, durch Naturgesetze gesteuert, zu dem Universum geformt, dass man heute meint zu kennen.Â
Laut der Online-EnzyklopĂ€die Wikipedia ist der menschliche Geist ein »EpiphĂ€nomen« der Materie â das bedeutet der Geist wird als eine unbedeutende Randerscheinung betrachtet, die irgendwie durch das zufĂ€llige »feuern« der Synapsen entsteht. Der Mensch wird auf eine »Psychologische Blase in einem Fleischroboter« reduziert.[8] Heute arbeiten die groĂen Technologiekonzerne der Welt daran, die Funktionen des Gehirns möglichst genau zu verstehen, damit man die Leute an das Internet anschlieĂen und von kĂŒnstlicher Intelligenz fernsteuern lassen kann. Das wĂ€re dann sicher sehr viel kontrollierbarer, »nachhaltiger« und profitabler, als »wenn hier jeder macht was er will«.Â
Die menschliche Natur, der kreative und freie Wesenskern des Menschen, das was den Menschen wirklich ausmacht und verbindet, wird durch den Materialismus verneint. Ăberall strengt man sich deshalb gewaltig an, den Menschen (und damit auch sich selbst) und die Natur durch technokratische Mittel, durch mehr Technik und Verwaltung unter Kontrolle zu bekommen. So entstehen Streitigkeiten, die mit Gewalt ausgetragen werden und das ist der Krieg[9] »ich gegen die Natur und mich«. Der italienische Theologe Pietro Archiati formulierte diesen Zustand wie folgt:
»Wenn die Menschen nur das Materielle erleben, dann mĂŒssen sie zunehmend gegeneinander leben, denn eine Grundeigenschaft von allem, was materiell ist, ist die AusschlieĂlichkeit.«
âPietro Archiati [10]
Der Materialismus bringt die Vorstellung von der Knappheit mit sich. Denn, wir scheinen hier alle auf einer groĂen blauen Kanonenkugel zu leben, die durch ein bedeutungsloses, endloses, kaltes und dunkles Nichts rast, wĂ€hrend sie im inneren mit glĂŒhender Lava gefĂŒllt, jederzeit droht durch die dĂŒnne OberflĂ€che zu zerbersten. Das ist nicht nur wegen der Raserei und der Explosionen fĂŒrchterlich, sondern auch, weil wir angeblich auf die knappen Ressourcen, die es auf der Steinkugel namens Erde gibt, angewiesen sind.Â
Dazu gibt es seit 1798 die Theorie, dass die Bevölkerung stĂ€rker wĂ€chst, als das verfĂŒgbare Nahrungsangebot, weshalb die BeschrĂ€nkung des Bevölkerungswachstums unvermeidlich sei. Diese BeschrĂ€nkung passiere zum einen »automatisch«, wenn die Nahrungsmittel knapp werden, denn dann brechen Hunger und Elend aus und die Leute sterben von alleine. Die andere Möglichkeiten seien Geburtenkontrolle oder Enthaltsamkeit. Diese Enthaltsamkeit könne durch knappe Löhne erzwungen werden, denn wenn es den Leuten nicht so gut gehe, wĂŒrden sie sich nicht zu stark »reproduzieren«.[11] Das sind menschenverachtende Vorstellungen, die aber bis heute unreflektiert und selbstverstĂ€ndlich unter der Ăberschrift »Ăberbevölkerung« und »Ressourcenknappheit« verhandelt werden.Â
Solche Vorstellungen von der Knappheit oder anderen Lebensbedrohungen enden oft im Kollektivismus. Damit ist gemeint, der einzelne Mensch muss sich mit seinen ganz individuellen FĂ€higkeiten und BedĂŒrfnissen in einer Masse anpassen und unterordnen, damit ein Ăberleben möglich ist. Dabei ist man sich einig, dass es Verhaltensregeln und zentralisierte Machtstrukturen geben muss, die die Masse unter Kontrolle halten. Wer aus der Reihe tanzt, sein eigenes Leben, statt des bloĂen Ăberlebens, fĂŒhren will, der wird zum Störenfried und leidet unter Anpassungsstörungen. Das Ich muss in der Vermassung untergehen und wird zum »wir« oder »man« runtergemacht.Â
Nun gibt es im Kollektivismus aber nicht nur ein Kollektiv, sondern es bilden sich viele verschiedene Gruppen heraus, die alle meinen, ihre jeweilige Ideologie[12] sei die richtige, um die Dinge in den Griff zu bekommen. Andere Gruppen, Glaubensrichtungen, Parteien, Mannschaften, Geschlechter, Nationen, Völker usw. die andere Vorstellungen haben, mĂŒssen dann bekĂ€mpft werden. Die RealitĂ€t ist voll von diesen Widerstands- und GrabenkĂ€mpfen, Demos und Gegendemos, wobei die, die am lautesten sind und sich moralisch am meisten gefestigt fĂŒhlen, in der Regel die sind, die das Ganze, von dem sie meinen sie wĂŒrden es retten, weiter in die Katastrophe treiben. Daraus wird dann der Krieg »Wir gegen die«.
Die groĂe FĂ€higkeit des Verstandes ist es, sich tief in die Materie hineinarbeiten zu können und diese in allen Einzelheiten, bis auf die Ebene von Erbgut, MolekĂŒlen, Atomen, subatomaren Teilchen und Quanten zu durchdringen. Der Verstand atomisiert die Materie regelrecht. Die Technik und Industrie, die daraus erwachsen ist, hat groĂartige Leistungen vollbracht. Nur so war es möglich, die groĂen Fabriken und Anlagen aufzubauen, die dafĂŒr gesorgt haben, dass die Versorgung mit vielfĂ€ltigen Produkten fĂŒr sehr viele Menschen möglich wurde. Die Arbeitsteilung, die Spezialisierung, das Wissen und die FĂ€higkeiten konnten immer weiter entwickelt und aufgebaut werden. Den Menschen und die Natur auf die Materie zu reduzieren, hat groĂen Fortschritt und damit auch eine Weiterentwicklung der Freiheit ermöglicht.
FĂŒr das Naturwissenschaftliche Denken und vor allem fĂŒr die Freiheit ist es eine Grundvoraussetzung, dass das menschliche Bewusstsein sich von der ganzen Wirklichkeit abtrennt. Nur das Ich, dass sich vom Ganzen und vom Kollektiv unterscheidet, kann auch eigene Erkenntnisse haben und eigene Entscheidungen treffen. Solange das Bewusstsein noch mit dem Wesentlichen, Sinnenhaften und Ideelen â mit dem Weltganzen â oder auch dem magischen und mythischen vermengt ist, ist kein Ich und keine Freiheit möglich.Â
Die Trennung vom Ganzen bringt es mit sich, dass das »Ego« entsteht. Mit Ego ist hier nichts falsches oder schlechtes gemeint, sondern einfach nur ein Bewusstseinszustand, in dem der Mensch zunĂ€chst keinen Begriff mehr von der inneren, geistigen Wirklichkeit hat, sondern sich orientierungslos der Ă€uĂeren materiellen Welt gegenĂŒbersieht.[13] Das Ego ist die auf das AuĂen gerichtete Seite des Ich.Â
In dieser Situation bleibt dem Ego erstmal nichts anderes ĂŒbrig, als zu versuchen mit den Ă€uĂeren VerhĂ€ltnissen klar zu kommen. Aus diesen VerhĂ€ltnissen ist logisch zu verstehen: Es gibt nicht genug fĂŒr alle und tatsĂ€chlich ist sowieso alles sinnlos. Die Schlussfolgerung daraus ist, dass man um seinen Platz, sein StĂŒck vom Kuchen, sein Ăberleben konkurrieren muss, und das dabei alle Mittel recht sind, denn es gibt keinen Gott, keine Moral, keinen Sinn in der Welt, denn alles wurde ja aus dem Nichts herausgeschleudert und wird auch wieder im Nichts enden, wenn der Bewegungsimpuls des Urknalls nach Ăonen versiegt. Deshalb kann man alles tun, was dem eigenen Nutzen und der eigenen Bequemlichkeit dient. Und da es kein Leben vor der Geburt oder nach dem Tod gibt, ist es auch egal, wie man den Planeten hinterlĂ€sst. Das nenne ich Egoismus.Â
Der Egoismus ist dem heutigen Geld- und Zinssystem immanent, weil, die Geldbesitzer im Gegensatz zu den Arbeitenden oder den Warenbesitzern, immer im Vorteil sind. Wer mehr Geld hat, als er zum Leben braucht, hat immer die Möglichkeit, dieses Geld aus dem Wirtschaftskreislauf herauszuhalten. Dadurch entsteht ein MachtgefĂ€lle gegenĂŒber denjenigen, die das Geld aktuell brauchen, um weiter zu kommen. Der Geldbesitzer kann bestimmen, wem er sein Geld leiht, wie hoch die Zinsen sein sollen und welche Sicherungen ihm ĂŒbergeben werden sollen. Diese Art von »Investments« und »Spekulationen« gibt es heute in allen GröĂenordnungen: von milliardenschweren Aktiendeals, ĂŒber den Investmentfonds bei der Sparkasse, bis hin zu den besten Rabattprozenten im Supermarkt. In dem bestehenden Geldsystem bedeutet aber der eigene Profit immer, dass das Geld umverteilt wird. Meist wird es leise und heimlich von denen die arbeiten mĂŒssen, zu denen die »ihr Geld arbeiten lassen« verteilt, um dann wieder etwas lauter aber in vergleichsweise kleinem MaĂstab, von denen die angeblich zu viel Geld haben, zu den BedĂŒrftigen transferiert zu werden.Â
Dieser Egoismus â das muss Ich mir mal klar machen â der endet im Krieg jeder gegen jeden: Denn wenn jeder immer nur nach seinem SchnĂ€ppchen, seinem Rabatt, seinem Zinsertrag, seinem StĂŒck vom Kuchen giert, und meint er mĂŒsse dazu den anderen etwas wegnehmen, weil ja laut Ăkonomen nicht genug fĂŒr alle da ist, dann ist das ein permanenter Kriegszustand. Das ist ein richtiger Glaubenskrieg, weil jeder glaubt er kriegt nicht genug. Dieser Glaube daran, dass es nicht Genug gĂ€be, und die Aufgabe der Ăkonomie wĂ€re es, diese Knappheit zu verwalten, das ist die Grundannahme der Volkswirtschaftslehre.[14] Volkswirtschaft als »Lehre von der Knappheit« ist jedoch wahrscheinlich nicht mehr zukunftsfĂ€hig.
Aber grade, wenn es um Wirtschaft geht, werden immer wieder diejenigen zu Vorbildern hochgejubelt, die »Erfolgreich« sind und es zu viel Geld und Macht gebracht haben. Das sind Leute zu denen man gerne bewundernd aufschaut und sich wĂŒnscht, man selbst wĂ€re auch so schlau und wĂŒrde die geheimen Spielregeln des groĂen Monopoly-Spiels verstehen und fĂŒr sich anwenden können. Das Internet ist voll von Finanzgurus, Investment-Spezialisten, Coaches fĂŒr »finanzielle Bildung« und »passives Einkommen«, die das leichte Geld versprechen. Ja, aber wo kommt dieses Geld her? Von anderen, denen es dann fehlt! Das ist den meisten nicht bewusst oder einfach egal. Wenn diese Leute wirklich so »erfolgreich« sind, wie sie vorgeben, dann haben sie vor allem eines verstanden: wie man den Asozialen Mechanismus bedient, um fĂŒr sich selbst daraus Profit zu schlagen. Was aber selten Verstanden wird ist, das es dieser Mechanismus in sich hat, dass immer da wo einer »gewinnt«, meist unsichtbar, ein anderer verliert. Wenn alle dieses Spiel mitspielen, dann gehöre Ich selbstverstĂ€ndlich auch immer wieder selbst zu den Verlierern, auch, wenn Ich mich als Gewinner wĂ€hne. Dieser im Geld- und Zinssystem verborgene Egoismus ist der »Krieg jeder gegen jeden« und damit auch jeder gegen sich selbst.
Dieser Widerspruch zwischen »ich« und »wir« ist ein Grundthema gesellschaftlicher Konflikte in der heutigen Zeit. Zwischen Egoismus (ich) und Kollektivismus (wir) entstehen zusĂ€tzlich besondere Spannungen. Viele Egos haben mehr oder weniger kluge Vorstellungen davon, wie man die vielen Probleme in der Welt lösen könnte: wenn nur alle Elektroauto fahren; wenn nur alle Biobananen kaufen; wenn nur alle mit der Bahn zur Arbeit fahren; wenn nur alle die Tiere die sie essen, selber schlachten mĂŒssten, usw. â dann wĂ€re das Problem gelöst.Â
Aber, das Ego, dass sich fĂŒr so klug hĂ€lt, der Masse vorschreiben zu können was das richtige fĂŒr die anderen ist, ist selbst ja auch immer Teil verschiedener Kollektive und Gruppen, die ihrerseits von den Kontrollbestrebungen anderer Egos betroffen ist. So entstehen stĂ€ndig Spannungen zwischen Einzelnen und Gruppen, weil man versucht sich gegenseitig irgendetwas aufzuzwingen.
Das Gerede von Gruppe, Gemeinschaft und »wir« erscheint dabei als Sentiment, als eine Sehnsucht nach dem Kollektiv, das »mich« stĂ€rken, tragen, nĂ€hren und wĂ€rmen soll. Aus einem solchen Kollektiv ist man (»man« ist das noch nicht aus der Gruppe heraus entwickelte »ich« oder das sich in die Gruppe zurĂŒck-verwickelnde »ich«) innerhalb dieses Lebenslaufes herausgekommen: aus der Familie. Deshalb kann man sich auch gut daran erinnern. Das Klischee vom Vater, der mahnt: »Solange Du Deine FĂŒĂe unter meinen Tisch stellst, machst Du, was wir sagen!« macht aber klar: Freiheit? Fehlanzeige! Das gilt fĂŒr jedes »wir«, denn das Kollektiv fordert immer, im Kampf gegen »andere«, das eigene »Ich« anzupassen, einzufĂŒgen, zurĂŒckzustellen, zu funktionieren und zu gehorchen.Â
Der Freiheitsprozess (als Entwicklung der Individualisierung des Menschen) fĂŒhrt mich aber zunĂ€chst raus aus allen Gruppen-ZusammenhĂ€ngen, aus der NormalitĂ€t, den Traditionen, den Systemen, hinein in mein eigenes Ich-Bewusstsein, dass erstmal ein Ego ist. Ein »ich« als Subjekt, dass dem »du« als Objekt gegenĂŒbersteht. Ein Bewusstseinszustand, der getrennt vom »wir« und vom Rest der Welt, sein Persönliches entwickelt.Â
Am Anfang merkt das Ego meist nicht, wie asozial dieses Gemisch aus altem »wir« und neuem »ich« ist. Es ist nĂ€mlich asozial, wenn ich von wir rede und dabei andere Leute ungefragt vereinnahme, weil ich meine, meine Angelegenheit wĂ€re eine tolle Sache. Es ist auch asozial bis tödlich (und undemokratisch), starke Gruppen, groĂe Mehrheiten, mĂ€chtige Parteien gegen andere Gruppen, Mehrheiten, Parteien aufzubringen, die dann auf dem Spiel- und Schlachtfeld der Flachwelt (auf der ErdoberflĂ€che des materialistischen Weltbildes) um ihre Meinungen, »Wahrheiten«, Positionen, IdentitĂ€ten, Territorien kĂ€mpfen, um sich am Ende â wenn man nicht rechtzeitig zur Vernunft kommt â gegenseitig in den Abgrund zu reiĂen.
Die Zukunft des Verstandes-Egos ist ziemlich aussichtslos, denn selbst wenn ihm eine Lösungsmöglichkeit vorgestellt wird, die jenseits der ĂŒblichen Vorstellungen liegt und grade deshalb vielleicht wirklich eine Lösung ist â und die im Freiheitsprozess vorgestellte Lösung erscheint mir durchaus hoffnungsvoll â dann kommt der Einwand, dass das alles nicht konkret, praktisch und realistisch genug sei. Das stimmt sogar, denn das Neue ist mit dem Verstand nicht zu bewĂ€ltigen, weil es jenseits dessen liegt, was man bisher versteht. Oder es kommt der Einwand, dass die Sache nicht machbar ist, weil die anderen zu unterentwickelt, zu ungebildet, zu trĂ€ge, zu gierig oder zu dumm sind â wobei man sich selbst aber ausschlieĂt.Â
Aber das ergibt alles keinen Sinn: Man hat eine Lösung als ideal, gut oder richtig erkannt, erklĂ€rt aber dann das es unrealistisch sei und belĂ€sst deshalb lieber alles beim alten, womit aber der Untergang vorprogrammiert ist.Â
Das ist nicht nur verantwortungslos, sondern es zeigt auch, dass die eigentliche Frage noch nicht erfasst worden ist. Denn es geht nicht darum, etwas im AuĂen zu Ă€ndern, ein System umzustrukturieren oder die Massen zu belehren und zu bewegen. Es geht darum, sich selbst, die eigenen Denk- und Verhaltensmuster, den eigenen Materialismus, Kollektivismus und Egoismus zu reflektieren, kritisch zu prĂŒfen und sich, wenn nötig, davon zu befreien. Es geht darum sich selbst zum Anfang einer weltweiten, aber zunĂ€chst inneren Bewegung und Verwandlung zu machen â selbst zum Anfang eines stĂ€ndigen Freiheitsprozesses zu werden.Â
Insgesamt ist zu bemerken, dass Egoismus, Kollektivismus und Materialismus, eine groĂe Verwirrung erzeugen. Wie die Abbildung 1 zeigt, sind die Inhalte, Unterschiede und ZusammenhĂ€nge der Begriffe nicht klar â auch den Experten nicht. Dieses Durcheinander ist aber gar kein Problem, sondern es ist ein Paradox. Der Ursprung des Wortes »Problem« ist ein griechisches Verb, das »vorwerfen, hinwerfen, vorlegen« bedeutet.[15] Ein Problem ist also etwas, das Ich mir vorlegen, in seine Einzelteile zerlege und diskutiere, um dann, logisch Schlussfolgernd, zu einer Antwort und zu zielgerichtetem Handeln zu kommen â das ist Verstandesarbeit. Bei praktischen und technischen Problemen kann man so zu einer Antwort finden, wenn die Einzelheiten rational und widerspruchsfrei sind.[16]
Das Geschehen um Kapitalismus, Wirtschaft, Arbeit und Geld ist aber irrational und voller WidersprĂŒche, Verdrehungen und Verwirrungen. Das ist mir einmal sehr deutlich geworden, als ich einem Video von einem Finanzexperten in den sozialen Medien zusah, in dem er sich bitterlich ĂŒber den Krieg beschwerte: »Ich beziehe klar Position: Ich bin gegen den Krieg! Krieg ist das furchtbarste. Krieg ist die Hölle. Im Krieg geht es nur um Geld, Macht und Ressourcen, nicht um Demokratie und Menschenrechte. Ich werde nicht kĂ€mpfen! Meine Kinder ziehen nicht in den Krieg!« Das Paradox dabei ist, dass dieser Mann sein Geld als Finanzberater damit verdient, tausenden Leuten zu erklĂ€ren, wie sie durch »Investments« in Aktien, Kryptosysteme, Rohstoffe oder Edelmetalle aus ihrem Geld mehr Geld machen. Dort wird sogar mit Agrarprodukten gehandelt â aber ĂŒber den Hunger in der Welt hatte er sich ja noch nicht beklagt.Â
Dieser Finanzexperte erzeugt durch seine Vorstellungen ĂŒber Kapital und Geld, selbst den Kriegszustand, ĂŒber den er sich so sehr beschwert. Der Zusammenhang scheint ihm aber nicht bewusst zu sein. Ich vermute das sich da etwas unbewusstes abspielt. Es bleibt unhinterfragt, was Geld, Arbeit, Wirtschaft, Kapital und Kapitalismus und deren Folgen jetzt sind und erst recht was sie im eigentlichen Sinne sind. Das muss unbewusst bleiben, weil sonst die eigene IdentitĂ€t, das GeschĂ€ftsmodell und die Existenzgrundlage in Frage stehen wĂŒrden.Â
Damit wĂŒrde das kritische hinterfragen der herrschenden VerhĂ€ltnisse zur existenziellen Krise. Deshalb braucht es vielleicht diese Art der SelbsttĂ€uschung, bei der Ich mich bewusst gegen den Krieg engagiere, und unbewusst den Krieg verursache. Hier lĂ€uft auf der psychischen Ebene etwas schief. Das Denken wird durch unreflektierte SelbstverstĂ€ndlichkeiten, GefĂŒhle und Annahmen beherrscht und verwirrt. Deshalb ist das kein Problem, sondern ein Paradox.Â
Das Wort »Paradox« kommt ebenfalls aus dem griechischen und bedeutet etwas widersinniges und widersprĂŒchliches.[17] Solange das Denken durch unbewusste WidersprĂŒche, aufgrund unklarer Begriffe, beherrscht wird, gibt es keine Möglichkeit fĂŒr eine Lösung, denn das Denken, dass versucht das »Problem« zu lösen, verwirrt sich immer wieder selbst, weil ihm seine eigene Verwirrung nicht klar ist. Der Quantenphysiker David Bohm schrieb zu Problem und Paradox:Â
»Es muss jedoch betont werden, dass keine Auflösung des Paradoxons möglich ist, solange es als Problem behandelt wird. Im Gegenteil, das »Problem« kann nur wachsen und in stĂ€ndig wachsenden Verwirrungen ausufern. Denn es ist ein wesenhaftes Merkmal des Denkens, dass das Gehirn an einem Problem arbeiten wird, bis es eine Lösung gefunden hat, âŠÂ«
â David Bohm [18]
Ein Paradox als Problem zu bearbeiten, es nur mit dem Verstand und mit materialistischen ErklĂ€rungsansĂ€tzen in den Griff kriegen zu wollen, ist so, als wĂŒrde man versuchen ein Feuer mit Benzin zu löschen. Der Asoziale Mechanismus wird, von jedem Einzelnen, der sein eigenes vom Verstand beherrschtes Denken nicht kritisch hinterfragt, stĂ€ndig wieder erzeugt und erhalten. Zur Lösung muss Ich selbst mein Denken langsam lockern, beweglich machen und weiterentwickeln.Â
Das Denken steckt fest in materialistischen, kollektivistischen und egoistischen Vorstellungen, die im 19. Jahrhundert alle einmal ihren guten Grund hatten, die aber fĂŒr das 21. Jahrhundert nicht mehr geeignet sind. Als diese Vorstellungen schon Anfang des 20. Jahrhunderts obsolet wurden, weil sich mit der Globalisierung der Industrie, der Institutionalisierung der Zentralbanksysteme und der Buchgeldschöpfung die im Freiheitsprozess beschriebene kreative Weltwirtschaft herauszubilden begann, hĂ€tte man bereits weiter Denken mĂŒssen. Ăber den Verstand hinaus, zur Vernunft kommen: vom realistischen zum kreativen, vom quantitativen zum qualitativen, vom Wachstum zur Entwicklung, vom mechanischen zum organischen, vom rationalen zum integralen, von der Analyse zur Synthese und vom formal logischen zum kosmologischen.Â
Das ist nicht passiert und trotzdem sind die Ideale von der kreativen Weltwirtschaft und vom Sozialen Organismus wirksam. Sie brechen sich Bahn, denn sie wollen RealitĂ€t werden. Wenn man aber keine Begriffe von dem hat, was da wirksam ist, weil man mit dem Denken in seinen alten Vorstellungen feststeckt, dann kollidiert man stĂ€ndig mit der Wirklichkeit und kommt nicht mehr voran. Das ist, als wĂŒrde man das neuste iPhone mit Windows 2.0, dem Computer-Betriebssystem von Microsoft aus dem Jahre 1987, betreiben. Das Betriebsystem, also die Begriffssysteme die angewendet werden, sind völlig veraltet. Deshalb können Begriffe, die z.B. Abbildung 1 zeigt, in ihren QualitĂ€ten zwischen AuĂen/Innen/Dazwischen, zwischen ProduktivitĂ€t/KreativitĂ€t/Unternehmer, zwischen Produktion/Konsumtion/Geld, zwischen produktiver Arbeit/kreativer Arbeit usw. nicht klar unterscheiden werden.Â
Wenn der Unterschied nicht klar ist, entstehen Verwirrung und Durcheinander. Die Dinge werden ins Gegenteil verdreht. ZusammenhĂ€nge sind nicht mehr erkennbar, die Orientierung geht, trotz einer immer weiter wachsenden Anzahl von Details, verloren. Die Verwirrung der Spezialisten ist mittlerweile so groĂ, dass Diskussionsrunden, in denen es um die Zukunft des Ganzen geht, oft einer intellektuellen Massenkarambolage gleichen.
»Sie wissen, was ein Spezialist ist. Das ist ein Mensch, der immer mehr und mehr weiĂ ĂŒber immer weniger â sein Forschungsbereich verengt sich immer mehr und er soll immer mehr in die Tiefe gehen.Und ein vollkommener Spezialist ist ein Mensch, der alles weiĂ â ĂŒber nichts!« [19]
Das bedeutet auch, die mit dem Freiheitsprozess vorgeschlagene »Weltlösung«, lĂ€sst sich nur verwirklichen, wenn man aufhört die Verantwortung fĂŒr den Schlamassel auf Regierungen, Banker, MilliardĂ€re oder andere Machteliten zu schieben. Ganz im Gegenteil sind diese Leute die besten Mitarbeiter der Freiheit und der Zukunft, denn sie treiben das Verstandesdenken oft so absurd auf die Spitze, dass man kaum noch darĂŒber hinwegsehen kann, wie es an seine Grenze gekommen ist. Diese Mitarbeiter der Freiheit winken mit dem Zaunpfahl, sie stoĂen uns mit der Nase auf die Wurzel des »Problems«.Â
Das in meinen anderen Artikeln gezeichnete Bild von der kreativen Weltwirtschaft erlebe ich â und auch viele Teilnehmer meiner Seminare â als elegant und einfach, obwohl es sehr komplexe Volks- und Weltwirtschaftliche ZusammenhĂ€nge verdeutlichen kann. AuĂerdem lĂ€sst sich die Schönheit der Aufgabe von Industrie und Wirtschaft, die Schönheit des Entwicklungsprozesses der Menschheit hin zur Freiheit durch Fortschritt erahnen.Â
Dieses Idealbild ist bereits Wirklichkeit, was aber durch den Asozialen Mechanismus verdeckt wird. Deshalb ist die Lösung nichts, was man durch Aktivismus, durch irgendwelche Ă€uĂeren Aktionen oder konkretes Tun erreichen kann. Wenn das Ideal bereits Teil der Wirklichkeit ist, die RealitĂ€t aber nicht diesem Ideal entspricht, muss man sich fragen, ob die eigenen Gewohnheiten, Bequemlichkeiten, Vorstellungen und Handlungen nicht völlig gegen die Wirklichkeit, besonders die des sozialen Organismus, laufen.
Am Ende und damit am Anfang ist es also wichtig, nicht weiter mit dem Verstand vorzugehen und weiter mehr Einzelheiten zu produzieren und alles noch genauer wissen und kontrollieren zu mĂŒssen. Es geht nicht darum zum Spezialisten zu werden. Stattdessen kommt es auf die QualitĂ€t an. Es kommt darauf an, das Wesentliche zu begreifen, dass in Geld, Arbeit und Wirtschaft, und auch im Menschen, seiner KreativitĂ€t und Freiheit verborgen liegt. Dann braucht man auch nicht so viele komplizierte »Begriffe«, denn die Wirklichkeit ist im eigentlichen Sinne ganz einfach.Â
Die Lösung liegt in einer Bewusstseinserweiterung, die aber keine quantitative, sondern eine qualitative Erweiterung ist, was eine Intensivierung des Denkens bedeutet.[20] Insofern ist das, was in der Krisenlage der Menschheit heute zu tun ist, erstmal mit dem Tun aufzuhören und ins Denken zu kommen, um auf das zu hören, was jetzt wichtig ist. So kann eine neue QualitÀt des Denkens entwickelt werden, aus der auch eine wirklich neue QualitÀt des Tuns folgen kann. Mit dieser Absicht und zu diesem Zweck wurde der Freiheitsprozess entwickelt.
Das sich aus dem Wir herausentwickelnde Ich muss lernen, eigene Urteile und Entscheidungen zu treffen â ganz allein! Das bedeutet Selbstverantwortung, letztlich fĂŒr die ganze Welt. Das ist unbequem, denn jetzt gibt es kein »wir« mehr, auf das Ich die Verantwortung abwĂ€lzen kann. »Das macht man halt so«, »Anweisung von oben« geht nicht mehr. Jetzt muss Ich selbstverantwortlich werden, was bedeutet, ich muss die Antworten aus mir selbst heraus geben.
Aber dieser ganze Blödsinn des Asozialen Mechanismus ist nicht sinnlos, denn er gehört zum Freiheitsprozess dazu. Es gehört dazu, in das Ego-Bewusstsein reinzukommen. Wenn ich dann aber merke, wie blödsinnig das alles ist, was ich da mache, dann ist die Frage: Wie komme ich da wieder raus? Ich komme da eben nicht im RĂŒckwĂ€rtsgang, also vom »ich« zurĂŒck zum »wir«, raus. Das klappt nicht. Entwicklung geht immer vorwĂ€rts, aufwĂ€rts: hin zum «JCH» und dadurch werde ich zum Ich. Ich werde zu dem Ich, dass zwischen ich und JCH, bewusst, gegenwĂ€rtig und selbstbestimmt ist.
Das JCH, mein höheres Selbst ist ein Ideal, mein zukĂŒnftiges, wesentliches, schöpferisches, geistiges Innenleben. Das JCH ist die Idee von mir selbst und die kann Ich nur erkennen, wenn Ich mir einen Begriff davon mache. Einen Begriff kann Ich mir davon machen, indem Ich mal anfange aufzuhören! Ich kann mal anfangen mit dem Wir-Gedöns und dem Ego-Quatsch aufzuhören, und stattdessen auf das zu hören, worĂŒber mein JCH mich informieren will.
Also klar gesagt, fange Ich erstmal an zu denken, denn ohne Denken geht es nicht. Das Denken ist die FÀhigkeit, die es mir ermöglicht, ein Bewusstsein vom JCH, meine Zukunft, meine Idee, meinen Lebenssinn zu entwickeln.
Das Denken abzulehnen, weil es angeblich kalt und starr ist, ist keine Lösung! Kalt und starr ist es nĂ€mlich bloĂ, weil ich selbst die ganze WĂ€rme irgendwo tief unten gestaut habe. Zur Lösung ist es deshalb manchmal notwendig, die ReibungswĂ€rme aus dem eigenen erhitzten GemĂŒt heraufzuholen: in das Denken. Diese viele Bewegungsenergie, die da bewusstlos in der GefĂŒhlsduselei der Herzen herumwabert, muss Ich mal in den Kopf kriegen, um die WĂ€rme und Bewegung in das eigene Denken zu bringen.
Durch den Kopf, durch die Mitte wird die AuĂenwĂ€rme zur InnenwĂ€rme. Sie wirkt dann anziehend auf das Wesentliche, welches mir endlich (darauf wartet das JCH schon lĂ€ngst) Informationen ĂŒber seinen Sinn bewusst werden lĂ€sst. Je klarer meinem Ich dieser Sinn wird, desto mehr kann Ich mein ich (das Ego) in den Dienst dieser einzigartigen Idee stellen und es kann mit dem asozialen Blödsinn aufhören und anfangen etwas Sinnvolles zu tun.
Lietaer 1999, S. 113-115
Laloux 2015, S. 17-31
Beck/Cowan 2014, S. 365-406
Gebser 1986, S. 144-146
Steiner GA
Glasl/Lievegoed 1993, S. 55-70
Steiner 1919, S. 33-50
Eisenstein 2012, S. ???
Köbler 2022, S. 282
Archiati 2007, S. 10
Malthus 1798, S. 52-71
Ausformulierte Leitbilder, Ideen, Erkenntnisse und Werte von sozialen Gruppen oder Organisationen, die diesen zur BegrĂŒndung und Rechtfertigung ihres Handelns dienen.
vgl. »SĂŒndenfall und Vertreibung aus dem irdischen Paradies«, Genesis 3,1-13; 3, 22-24
Siebert/Lorz 2007, S. 16-17
griech. probĂĄllein (ÏÏÎżÎČΏλλΔÎčΜ) âvor-, hinwerfen, (eine Aufgabe) vorlegen, zur Besprechung vortragenâ https://www.dwds.de/wb/Problem (Abruf 18.7.2024 18:00 Uhr)
Bohm 1996, S. 122 f.
Paradoxon n. âwirklich oder scheinbar widersinnige bzw. auffallende, sonderbare Behauptung [âŠ] von griech. parĂĄdoxos (ÏαÏÎŹÎŽÎżÎŸÎżÏ) âder gewöhnlichen Meinung zuwiderlaufend, wider Erwarten, unvermutet, auffallend, sonderbar, seltsamâ, https://www.dwds.de/wb/Paradox (Abruf 18.7.2024 18:30 Uhr)
Bohm 1996, S. 126
Archiati 2007, S. 24
Gebser 1986, S. 209
Joseph Beuys, »wer nicht denken will«, gelbe Karteikarte mit handgeschriebenem Text und Stempel, 1977
https://www.thebroad.org/art/joseph-beuys/wer-nicht-denken-will-whoever-wont-think?page=1 (Abruf 23.1.2026 11:10)