In der Assoziationsphase erweitert das Unternehmen sein Bewusstsein über seine eigenen Grenzen hinaus und integriert sich in ein Netzwerk aus Unternehmen, Lieferanten und gesellschaftlichen Akteuren. Es entsteht ein „Unternehmens-Ökosystem“, in dem langfristige, vertrauensvolle Beziehungen gefördert werden. Führungskräfte agieren als Vermittler und Gestalter, während Selbstorganisation und flexible Zusammenarbeit zunehmend an Bedeutung gewinnen. Forschung, Entwicklung und Produktion werden kooperativ gestaltet, um nachhaltige, bedarfsorientierte Lösungen zu schaffen. Die Wirtschaftlichkeit wird durch partnerschaftliche Strukturen und gemeinsame Wertschöpfungsprozesse gesteigert. Diese Phase fordert ein integral-kreatives Denken und stellt die Weichen für eine zukunftsorientierte, ethische und nachhaltige Wirtschaftsweise.
von Michael Plein | Februar 2024
Die Assoziationsphase erweitert das Streben nach Ganzheitlichkeit (Integration von Körper/Produktivität, Seele/Soziales und Geist/Kreativität des eigenen Unternehmens), um die Perspektive des Weltzusammenhangs (individuelle, soziale, globale Ebene der Zukunft und Freiheit; kreative Dimension des Geldes in der Weltwirtschaft) in den sich das Unternehmen hineinstellen muss, wenn es seine kreative Aufgabe erfüllen will. Dazu werden die Grenzen des Unternehmens durchlässig und es assoziiert sich mit verwandten Unternehmen, Lieferanten, Händlern, aber auch gesellschaftlichen oder wissenschaftlichen Institutionen und Personen. So entsteht ein Unternehmens-Ökosystem – die wirtschaftliche Assoziation –, in der die jeweiligen Unternehmens-Organismen ihre Identität nicht nur behalten, sondern aneinander weiterentwickeln.[79]
Die Ansätze der Assoziationsphase scheinen zunächst idealistisch, unpraktisch, zu langfristig oder unprofitabel – «denn hier werden praktisch alle geltenden Grundsätze der Führung und Organisation in der industriellen Massenfertigung auf den Kopf gestellt». Diese Phase setzt ein ganz anderes, integral-kreatives Denken über Führung, Arbeit, Lieferanten- und Konsumentenbeziehung, Technologie, Material, Unternehmen, Wirtschaft und besonders auch über das Geld (der Zukunftsaspekt des Geldbegriffs ist ein wichtiger Schlüssel für die Zukunftswirtschaft) voraus. Ein Paradigmenwechsel der einfach, aber nicht leicht ist, denn diese Ideen neu zu begreifen ist eigentlich nicht schwer, mit alten Vorstellungen aufzuräumen, um so mehr – aber das wurde ja in der Integrationsphase bereits eingehend geübt.
In der Assoziationsphase werden die Grenzen des eigenen Unternehmens durchlässig und es beginnt eine Verwebung mit der Umwelt (Lieferanten, Konsumenten, Mitarbeiter, Investoren, usw.) in vielfältiger Form und Intensität. Es entstehen vertrauensvolle und langfristige Beziehungen, die als «Schicksalsgemeinschaft» auf die Entwicklung des globalen Ganzen hin zur Freiheit (individuelle Versorgung, Demokratie, universelle Zusammenarbeit) ausgerichtet sind. Die Grenzen zwischen den Unternehmen verwischen sich, Mitarbeiter*innen arbeiten an Nahtstellen für verschiedene Unternehmen, Forschung und Entwicklung werden kooperativ, Techniker unterstützten Lieferanten bei Problemen, Führungskräfte rotieren durch die verbundenen Unternehmen, Gewinne werden ausgeglichen – alles mit dem Ziel, die Menschen in den Primärprozessen bestmöglich bei der Erfüllung von Konsumentenbedürfnissen zu unterstützen.[80]
Auch die Unternehmensentwicklung und Personalentwicklung verwebt sich über die Unternehmensgrenzen hinaus. Der Dialog über die eigene Unternehmenskultur im Zusammenhang mit der Kultur der assoziierten Unternehmen wird bewusst gepflegt. Führungskräfte und Mitarbeiter*innen aus den verschiedenen assoziierten Partner-Unternehmen lernen und entwicklen sich gemeinsam in Intervisionen oder Lernprojekten.[81]
Die Grenzen des Unternehmens lösen sich auf, Teams und Mitarbeiter*innen wirken über die bisherigen Unternehmensgrenzen hinaus in der Assoziation. Diese assoziativen Strukturen bestehen flexibel solange es die Beteiligten für richtig und sinnvoll halten – sonst werden sie wieder aufgelöst. Auch der Tätigkeitsraum der Führungskräfte wird erweitert auf die Assoziation und konzentriert sich noch weiter auf die Unternehmens- und Personalentwicklung – die jetzt eine Gemeinschaftsentwicklung wird.[82]
Das in Japan in den 1980er Jahren entstandene Konzept «Lean Enterprise» – Schlankes Unternehmen – scheint ein Vorbote der Assoziationsphase zu sein, denn es enthält bereits viele konkrete Elemente und praktische Ansätze dazu. Die Erfahrung Schlanker Unternehmen zeigt, dass die Überwindung kurzfristiger (Opportunismus) und eigennütziger (Egoismus) Vorstellungen die Wirtschaftlichkeit zum Teil verdoppelt hat und zugleich die kreative Gestaltung der Zukunft möglich wird.[83]
In die Forschung und Entwicklung fließen, durch entsprechende Kommunikation, die Erfahrungen und Wünsche der Konsumenten gezielt ein. Lieferanten werden vertrauensvoll in die Entwicklungsarbeit mit einbezogen. Entwicklungsprojekte starten mit großen Teams, die im Projektverlauf immer kleiner werden. Von Beginn an wird darauf geachtet, Diskussionen, Konflikte und Begriffe zu klären. So entstehen zum Ende hin überschaubare und gut eingestimmte Teams – die kostenintensive nachträgliche Korrekturen, komplizierte Ausdifferenzierung oder zu lange Entwicklungszeiten vermeiden. Die Projektverantwortlichen («Product Champion», «Project Leader») werden mit umfassender und weitreichender Entscheidungskompetenz und Ressourcen ausgestattet. Projektleitung ist eine Haupttätigkeit mit direkter Verbindung zur Geschäftsführung.[84]
In der Integrationsphase hat sich das einzelne Unternehmen bereits zu einem selbstlernenden, sich selbst hervorbringenden Organismus entwickelt. Jetzt beginnt dieser Organismus sich als Teil eines «Ökosystems» zu begreifen, und die Zukunft des Ganzen «ökologisch» (aus dem griechischen «ṓīkos logos», bedeutet soviel wie die Ideenlehre vom Ganzen), aus kreativem Geist heraus, zu gestalten. Die Unternehmen haben die Fähigkeit entwickelt, die Zukunft durch dialogische und co-kreative Prozesse (z.B. mit Hilfe des Freiheitsprozesses) gemeinsam und sinnvoll zu bestimmen – das Unternehmen der Zukunft.
Ständiges Lernen und Entwicklung passieren im Arbeitsalltag im eigenen Unternehmen und darüber hinaus in der Assoziation mit der Umwelt. Die Organisationsentwicklung bekommt neben der bisherigen intra-organisatorischen, eine inter-organisatorische Ausrichtung. Führungskräfte bekommen neue Aufgaben, als «Fascilitator» (Ermöglicher), «Katalysator» (Prozessbeschleuniger), «Förderer», «Mediator» (Konfliktberater), die bisher externen Organisationsberatern überlassen waren.[85]
Die meist durch kurzfristige Verträge, einseitige Abhängigkeit und Macht geprägten Beziehungen zu Lieferanten verwandeln sich zu wirtschaftlichen Assoziationen, zu «Schicksalsgemeinschaften» («shared destiny relationship»), die sich gemeinsam weiterentwickeln. Probleme werden nicht sanktioniert, sondern kooperativ gelöst. Produkte und Prozesse werden gemeinsam entwickelt. Beziehungen werden langfristig, vertrauensvoll und transparent gestaltet. Die Schicksalsgemeinschaft der Assoziation verdichtet sich durch Kapitalverflechtungen, «Supplier-Clubs», gegenseitige Finanzierung, gemeinsame Kreditierung und den Ausgleich von Überschüssen («Profit-Sharing»).[86] [87]
Die Kommunikation mit den Konsumenten wird intensiviert. Entwicklungsingenieure und Verkäufer pflegen über den Verkaufsabschluss hinaus den direkten Austausch mit den Konsumenten, um deren Erfahrungen und Ideen in die Weiterentwicklung einzubeziehen. Das ganze Beziehungsgeflecht wird getragen von einer Haltung, die sich am Gemeinwohl orientiert, die nach ständiger Verbesserung der Wirtschaftlichkeit strebt – eine Besinnung auf die christliche Ethik, die mit der Industrialisierung verloren ging.[88]
In der Assoziation verwandeln sich Schnittstellen zu Nahtstellen. Über Schnittstellen hat sich das von seiner Umwelt abgegrenzte Unternehmen bisher über bestimmte Funktionen mit externen Geschäftspartnern verbunden. Da die Grenzen des Unternehmens durchlässiger werden und es sich über den gesamten Wertschöpfungsprozess bewusst mit seinen Lieferanten und Kunden verwebt, entstehen jetzt in diesem Geflecht Nahtstellen. Die Nahtstellen gestalten die vielfältigen direkten Austauschbeziehungen in der Assoziation. Die Nahtstellen-Manager unterstützen bei Entscheidungsfindung, Teamentwicklung, Training, Problemlösung, Konfliktberatung usw. Die Beziehungen werden zu allen Seiten nicht durch Macht und Gegenmacht, sondern durch vertrauensvolle, langfristige gegenseitige Abhängigkeit (Brüderlichkeit) geprägt. «Gegenseitige Transparenz und Wahrhaftigkeit sind dafür Voraussetzung: dies im großen Kontrast zur bisher praktizierten Haltung der Rivalität und Konkurrenz um jeden Preis und im Gegensatz zum ausschließenden Eigeninteressen-Denken und zur kämpferischen Verhandlungsmentalität.» [89]
Das Arbeiten in der Assoziation erweitert den Kreis der Mitarbeiter*innen, deshalb bekommt die Personalentwicklung eine neue Dimension: Unternehmensübergreifendes Lernen, Intervisionen, «Job-Rotation», Konfliktfähigkeit, Problemlösungskompetenzen werden gemeinsam entwickelt.[90]
Das systemisch-evolutionäre Denken der Integrationsphase ist für unsere Zeit eigentlich schon Herausforderung genug – es bedeutet ein Bewusstsein, dass die Fähigkeit zur kritischen Selbstreflexion, zu ganzheitlichem Denken, zur Selbstführung und zu sinnvollem, freiwilligem Handeln im Unternehmen entwickelt. Die Assoziationsphase erfordert deshalb ein «integral-kreatives» Denken, welches schon weit über das systemisch-evolutionäre hinaus, in die Zukunft weist und eigentlich eine enorme Horizonterweiterung und damit auch eine Überforderung darstellt.
Neben der Integration der körperlichen, mit der seelischen und geistigen Ebene, kommt jetzt der Weltzusammenhang ins Bewusstsein. Der Mensch erkennt sich als kreatives Wesen, dass seine Fähigkeit für den Fortschritt der Menschheitsentwicklung – für den Freiheitsprozess des Ganzen – einsetzt. Diese kreative Freiheit bedeutet Selbstverantwortung in einer kosmischen Dimension.
Das eigene Ich und Unternehmen in diesem Zusammenhang zu begreifen, das erfordert moralische Phantasie, ganz neue ethische Qualitäten, Ideale, die ganz weit – viele Jahrzehnte und Jahrhunderte – aus der Zukunft gegriffen werden. Solche Ideale sind aus heutiger Perspektive vielleicht theoretisch und unpraktisch, aber sie sind die wesentliche Orientierung, der Leitstern, für die Weiterentwicklung, auch wenn Ich sie jetzt noch nicht konkret verstehen und in die Tat umsetzen kann. Wahrheit + Freiheit + Liebe und Freiheit + Gleichheit + Brüderlichkeit – das muss Ich ja erstmal lernen zu begreifen, bevor Ich was daraus machen kann. Ohne diese Orientierung kann man sich hervorragend und unbemerkt mit «Business-Quatsch» vom Wesentlichen ablenken.
Die Unternehmen der Assoziationsphase werden zu «Landezonen», in denen diese Zukunftsideen auf die Erde kommen können. Das «Sakrale Büro» wird zum Raum für «Zukunftsmusik», in dem wir uns gemeinsam weiterbilden, um die Zukunft zu begreifen, uns auf sie einzustimmen und uns ein Bild von ihr zu machen. Der Vorgriff in die Zukunft ist wichtig, weil die in der Integrationsphase ausgeprägten Fähigkeiten ohne weitere Zukunftsperspektive in eine extrem egozentrische und ideologische Haltung umschlagen können.[91]
Die Zukunftswirtschaft wird zu einem weltweiten Geflecht aus sinnvollen Unternehmen, deren Aufgabe es ist, die Fähigkeit des Einzelnen und die Freiheit des Ganzen durch wirkliche Demokratie zu ermöglichen. Dazu muss die Wirtschaft wirkliche Bedürfnisse erfüllen, indem sie die richtigen Produkte herstellt, und dazu muss die Natur abgebaut werden. An diesem Punkt kommt hinzu, die Erde (im Sonnensystem) als lebendigen Organismus zu erkennen, der für den individuellen und globalen Freiheitsprozess die mater-ielle Grundlage bietet. Um sich nicht selbst zu zerstören, indem man sich selbst diese Grundlage entzieht, muss die Wirtschaft dafür sorgen, dass die Erde nicht nur abgebaut, sondern auch wieder aufgebaut wird – das bedeutet die Gestaltung, Spiritualisierung, «Transsubstanziation» (Wesensverwandlung) der Materie.
Die Aufgabe der Kommunikations- und Informationsdienste bleibt die gleiche wie in der vorherigen Integrationsphase, aber ihr Umfang erweitert sich. Sie vernetzt sich jetzt ebenfalls über die Grenzen des Unternehmens hinaus. Das stellt besondere Anforderungen an die Technik der Datenhaltung, -übertragung und -sicherheit. Eine besondere Anforderung bedeutet auch der Dienstleistungs-Charakter, wobei sich die Informationsdienste (EDV/IT) weiter konsequent an Transparenz und dem konkreten Informationsbedürfnis orientieren.
Wie schon in der Integrationsphase wird die zwischenmenschliche Kommunikation durch klare Begriffe, bewusste Gesprächsgestaltung und Konfliktfähigkeiten immer wichtiger, denn es wird immer komplexer mit externen Mitarbeiter*innen kommuniziert. Die Kommunikation wird um die Fähigkeit zum Dialog erweitert. Dialog (aus dem griechischen «diálogos») ist dabei aber keine nette Unterhaltung, sondern ein Kommunikationsprozess, durch den der «Logos» – der schöpferische Geist, die Zukunft – hindurch (griechisch «dia» bedeutet hindurchgehen, hindurchfließen) geht.
In der Integrationsphase haben sich bereits Strukturen von vernetzten Teams und den entsprechenden Funktionen gebildet. Die in den Primärprozessen tätigen Mitarbeiter*innen, haben durch «Job-Enrichment», «Job-Enlargement» und «Management by Exceptions» eine Selbstorganisation (Planung, Ausführung, Kontrolle werden selbstverantwortlich vorgenommen) entwickelt und bauen diese jetzt noch weiter aus. Der Prozesshorizont erweitert sich über die Grenzen des eigenen Unternehmens hinweg. Durch die Assoziation mit verbundenen Unternehmen erweitert sich das Verständnis und die Verantwortung für den Wertschöpfungsprozess und es entstehen immer mehr Nahtstellen über die auch externe Mitarbeiter*innen und Funktionen auf allen Ebenen einbezogen werden. Die Teamleiter und Nahtstellen-Manager sind verantwortlich durch Personalentwicklung, kooperative Problemlösung und Konfliktlösung für die bestmögliche Unterstützung der Primärprozesse, über die Grenzen des eigenen Unternehmens hinaus, zu sorgen. Deshalb übernehmen gerade Führungskräfte, durch «Job-Rotation», zeitweise verschiedene Funktionen in der Assoziation.[92]
Die primären Produktionsprozesse sind durch ein hohes Maß an Selbstorganisation, -steuerung, -kontrolle gekennzeichnet. Die Produktionsprozesse werden darauf ausgerichtet, differenzierte Konsumentenbedürfnisse in unterschiedlichen Segmenten, Regionen usw. möglichst flexibel umsetzen zu können. Neue Produktmodelle können schneller und wirtschaftlicher produziert werden. «Qualität wird nicht erprüft, sondern erzeugt.» Ständige Verbesserungsprozesse («Kaizen», «TQM»), Organisation in Problemlösungsteams, Führungskompetenz möglichst nah an den Primärprozessen, «Just-In-Time»-Management («Kanban») sind Merkmale der Produktion der Assoziationsphase. Was in der Differenzierungsphase undenkbar war, wird jetzt konsequent verfolgt: Der Verzicht auf Sicherheiten (Pufferzeit, Zwischenlager, «Just-In-Time»). Dadurch sollen Abhängigkeiten offengelegt werden, weil gerade dadurch Kooperation, Vertrauen, Zusammenarbeit, Verantwortung, Flexibilität und Respekt gefördert werden. [93]
Das Bewusstsein erweitert sich vom eigenen Produktionszyklus auf den «Vorzyklus» und den «Nachzyklus» und alle «Inputs» und «Outputs». Die «Supply-Chain» wird von der Erzeugung der Rohstoffe (Abbau der Natur, «Cradle to Cradle»), über die Produktion von Investitionsgütern, über den Handel, den Verbrauch, bis zur Entsorgung (Aufbau der Natur) als Ganzes gesehen. Entlang der Wertschöpfungsprozesse werden ausgehend von den Primärprozessen (stoffliche oder geistig-seelische Transformation) die Sekundär- (EDV, Rechnungswesen, Personalwesen, usw.) und Tertiärprozesse (Führung und Organisation) organisiert. Die an den Primärprozessen beteiligten Mitarbeiter*innen organisieren sich weitgehend selbst über die Unternehmensgrenzen hinweg. Dadurch wird die gemeinsame Entwicklung, der Erfahrungsaustausch, die kooperative Problemlösung in der «Schicksalsgemeinschaft» mit den Lieferanten intensiviert. Im Vor- und Nachzyklus entstehen langfristige Kooperationsbeziehung, größtmögliche Transparenz, intensive Zusammenarbeit in der Entwicklung, ehrlicher Ausgleich von Überschüssen («Profit-Sharing»), ständiges gemeinsames Lernen.[94]
Die technischen Anlagen werden über die Unternehmensgrenzen hinaus verbunden und verwendet. Die Anlagen müssen der flexiblen Nutzung durch Teams, die aus internen und externen Mitarbeitern bestehen, gerecht werden – z.B. durch frei programmierbare Roboter, 3D-Druck oder flexible automatisierte Transportsysteme. Die Gemeinsame Nutzung von Produktionsanlagen kann auch die Assoziation mit Unternehmen bedeuten, die bisher nicht im Wertschöpfungsprozess mitgedacht waren: z.B. bei einer gemeinsamen regionalen Nutzung von Energie- und Heizungssystemen, von Transport und Logistik oder Bildungs- und Kultureinrichtungen. Es wird sinnvoll sein, dass nicht nur Industrieunternehmen, sondern auch Unternehmen aus dem Rechts- und Geistesleben assoziiert werden, um im Ganzen möglichst wirtschaftlich und damit ökologisch zu produzieren.[95]
Das Prozessbewusstsein über die gesamte Wertschöpfungskette ermöglicht einen sorgfältigen und schonenden Umgang mit Ressourcen. Die enge Kommunikation mit Lieferanten und Kunden ermöglicht Verschwendung in allen Abläufen besser zu vermeiden, vor allem auch, weil weniger am Bedarf vorbei produziert wird. Es zählt nicht der Profit, sondern die Wirtschaftlichkeit und die schließt auch immer die Frage der Nachhaltigkeit mit ein.[96]
[79] Glasl/Lievegoed 1993, S. 122
[80] Glasl/Lievegoed 1993, S. 116
[81] Glasl/Lievegoed 1993, S. 125
[82] Glasl/Lievegoed 1993, S. 126
[83] Glasl/Lievegoed 1993, S. 110-112
[84] Glasl/Lievegoed 1993, S. 112-113
[85] Glasl/Lievegoed 1993, S. 120-121
[86] Glasl/Lievegoed 1993, S. 114
[87] Glasl 1999, S. 35
[88] Glasl/Lievegoed 1993, S. 114-115
[89] Glasl/Lievegoed 1993 S. 118-119
[90] Glasl/Lievegoed 1993, S. 127
[91] Glasl 1999, S. 35/37/41-43
[92] Glasl/Lievegoed 1993, S. 129
[93] Glasl/Lievegoed 1993, S. 113-114
[94] Glasl/Lievegoed 1993, S. 117-118/130-131
[95] Glasl/Lievegoed 1993, S. 131-132
[96] Glasl/Lievegoed 1993, S. 119-120