Zinsen sind eine tolle Erfindung. Man kann sein Geld »verleihen« und bekommt am Ende mehr Geld zurück. Oder man kann sich Geld leihen, wenn man momentan zu wenig Geld hat. Zinsen für die Immobilienfinanzierung, den Überziehungskredit oder die Finanzierung der neuen Wohnzimmercouch zu bezahlen, ist heutzutage nichts Merkwürdiges[1]. Zinsen werden meist bedenkenlos hingenommen. Selten wird gefragt: Was ist Zins? Diese Frage soll hier aber gestellt werden, denn für die Zukunft müssen die Begriffe klar sein. In Bezug auf die Zinsen muss vor allem klar sein, dass Geld nicht arbeitet. Nur Menschen arbeiten und wer sein Geld für sich arbeiten lässt, der lässt tatsächlich andere Menschen für sich arbeiten und das ist Ausbeutung. Außerdem muss klar werden, dass das mit den Zinseszinsen verbundene Wachstum eine exponentielle Steigerung dieser Ausbeutung von Mensch und Natur bedeutet.
von Michael Plein | 10. Februar 2025
Das Wort »Zins« leitet sich vom lateinischen »census« ab und bedeutet »Abschätzung«. Was hier abgeschätzt wird, ist, welches Entgelt man dafür verlangen kann, sein Geld oder auch seinen Grund und Boden an jemand anderen zur Nutzung zu überlassen.[2] Diese Überlassung ist nur dann möglich, wenn es einerseits einen Gläubiger gibt, der mehr Geld hat, als er selbst braucht, und andererseits einen Schuldner, der zu wenig Geld hat. Erst wenn diese beiden Fälle zusammenkommen, kann ein »Preis« für Geld – der Zins – entstehen.
Damit tritt direkt die im Zins verborgene Schwierigkeit hervor, nämlich, dass der Gläubiger der von Anfang an mehr Geld hatte als er brauchte, jetzt ohne sein Zutun noch mehr Geld erhält und der Schuldner, der zu wenig hatte, sich anstrengen muss, um dieses Mehr an Geld zu erarbeiten. Dieser Vorgang wird oft mit dem Argument »Ich lasse mein Geld für mich arbeiten« verbrämt, er bedeutet aber konkret, dass hier die Arbeit des Schuldners durch den Gläubiger ausgebeutet wird, denn Geld arbeitet eben nicht, sondern nur Menschen arbeiten. Wenn den Menschen das Symbol für den Wert den sie durch ihre Arbeit geschaffen haben über den Zins weggenommen wird, dann ist das Ausbeutung.
Der Zins erzeugt so eine allgegenwärtige Unterdrückungssituation, die »das Soziale«, also die Beziehungen der Menschen in der Gesellschaft, stört – der Zins ist asozial. So selbstverständlich Zinsen heute auch sind, wurden sie deshalb über die meiste Zeit der Geschichte, vor allem auch im Christentum, als »Wucher« verurteilt.[3][4]
Darüber hinaus ist der Gläubiger im Vorteil, weil das Geld eine »Dauerhaftigkeit« hat – es verdirbt nicht und seine Verwahrung kostet wenig. Der Schuldner steht dagegen unter Druck, denn seine Ware kann verderben und erzeugt Lagerkosten oder er hat einfach körperliche Bedürfnisse, wie Hunger, die erfüllt werden müssen, damit er weiter arbeiten kann.[5] So entsteht ein Gefüge, in dem der Gläubiger über den Schuldner Macht ausüben kann. Auch das ist asozial.
Andererseits wird der Zins in der Volkswirtschaft als notwendig angesehen, weil er dafür sorgen soll, dass Geld und Produktionsmittel nicht ungenutzt »herumstehen«, sondern in der Wirtschaft in Bewegung sind, um die Herstellung von Gütern und Dienstleistungen zu ermöglichen, damit sich die Gesellschaft weiterentwickeln kann. Das wäre, wenn es stimmt, eine soziale Funktion des Zins.[6] Die gesellschaftliche Weiterentwicklung ist unter diesen Vorraussetzungen jedoch von denen abhängig, die über zu viel Geld oder das Eigentum an Produktionsmitteln verfügen.
Sie haben die Macht darüber zu entscheiden, in welches Unternehmen sie ihr Geld »investieren«. Darüber hinaus vermute ich hinter dieser volkswirtschaftlichen Vorstellung von der Notwendigkeit des Zinses das, was ich das »Anreiz-Vorurteil« nennen möchte: die Annahme, dass Menschen nur dann tätig werden, wenn sie einen äußeren Anreiz in Form eines Lohns erhalten – als hätten sie keinen eigenen Gestaltungswillen und keine innere Fähigkeit, aus sich selbst heraus zu handeln.
Die Geldgeber können allerdings nur dann Zinsen verlangen, wenn das Geld knapp ist. Eine Situation, in der für alle in der Gesellschaft notwendigen und sinnvollen Vorhaben genügend Geld vorhanden ist, kann für die Geld-Verleiher kein Motiv sein. Mit der Vorstellung vom Zins ist die Volkswirtschaft deshalb zur Geldknappheit verdammt, denn wäre das Geld nicht knapp, würde niemand Zinsen für dessen Überlassung bezahlen wollen.
Werden aber keine Zinsen gezahlt, würde niemand sein Geld an andere überlassen. Der Zins erzeugt also neben der Ausbeutung und dem damit verbundenen Machtgefüge auch noch eine Geldknappheit, die tatsächlich menschliche Kreativität und Wohlstand – besonders aber die Zukunft – verhindert.[7]
Geld, das für eine bestimmte Zeit, gegen Zins überlassen wird, wird oft als Kapital bezeichnet. Wird nach Ende der Laufzeit der Zins dem Kapital zugerechnet und dieses für einen weiteren Zeitraum verzinst, dann ist das ein Zinseszins – es werden Zinsen auf zuvor gezahlte Zinsen gezahlt. Nach dem bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) sind Zinseszinsen »nichtig«.[8] Zinseszinsen sind nach § 248 BGB verboten, es bestehen aber Ausnahmen für Sparkassen, Kreditanstalten und Inhaber von Banken.
Das man am Ende des Jahres Zinsen auf sein Sparkonto erhält, diese dort liegen lässt und im nächsten Jahr noch mehr Zinsen reinkommen, das kennen die meisten vielleicht auch als besonders reizvoll. Den wenigsten Leuten ist aber bewusst, dass solche Zinseszinsen ein extremes und explosives Wachstum erzeugen, welches sich zerstörerisch auf Wirtschaft und Gesellschaft auswirkt.
Es ist ein allgemein beobachtbares psychologisches Phänomen, dass es Menschen schwer fällt, sich nicht linear, sondern exponentiell verlaufende Wachstumsprozesse, vorzustellen. Die »explosive« Entwicklung eines exponentiellen Wachstumsverlaufs, lässt sich meist nur mit Hilfe der Mathematik, einer Tabelle, eines Taschenrechners oder eines Computers erfassen.[9] Die Auswirkungen von exponentiellem Wachstum werden deshalb oft unterschätzt, weil sie sehr abstrakt und kaum Teil des Alltags sind. Das »natürliche« Wachstum und das »lineare« Wachstum sind den meisten vertrauter.[10] Um den Mechanismus des herrschenden Geldsystems zu verstehen, ist es wichtig diese drei Arten von Wachstum, wie sie Abbildung 8 zeigt, unterscheiden zu können.
Bei einem natürlichen Organismus (Säugetiere, Organe, Bäume und andere Pflanzen, Fische, Vögel usw.), findet zunächst ein schnelles Wachstum in großen Schritten statt. Wenn der Organismus seine Kapazitätsgrenze erreicht, ist er ausgewachsen und die Kurve flacht ab, bis kein weiteres quantitatives Wachstum mehr stattfindet. Ein Mensch wächst zum Beispiel mit den ersten Zellteilungen im Mutterleib sehr schnell. Auch nach der Geburt geht das Wachstum weiter und der Körper wächst Zentimeter um Zentimeter. Das geht aber nicht ewig so weiter. Das quantitative Wachstum ist mit ca. 20 Jahren abgeschlossen. Ab dann wächst man nicht mehr in die Höhe, aber vielleicht noch in die Breite. Am gesündesten ist es, irgendwann innerlich zu wachsen, wobei es dann nicht mehr um Quantität, sondern um Qualität geht.
Die am einfachsten vorstellbare Form von Wachstum ist das lineare Wachstum. Mit jedem Zeitabschnitt findet immer ein Wachstumsschritt in gleicher Größe statt. Dieses lineare Wachstum kann man sich leicht vorstellen und berechnen. Diese Art des linearen Denkens ist das vorherrschende »Mindset« der heutigen Zeit, welches als Verstand bezeichnet werden kann. Der Verstand ist analytisch, logisch und rational. Der Verstand hält die Welt durch lineare Kausalitäten von Ursache und Wirkung für berechenbar und kontrollierbar.
Die Zukunft wird auf Grundlage bisheriger Erlebnisse und Daten hochgerechnet. Die Wirklichkeit ist aber nicht so kompliziert, wie der Verstand sie sich vorstellt, sondern sie ist komplex, was sie unberechenbar macht. Eine komplexe Wirklichkeit ausschließlich mit dem Verstand und linearen Vorstellung bewältigen zu wollen, wird zunehmend zum Problem.
Das exponentielle Wachstum, auch unbegrenztes oder freies Wachstum genannt, beschreibt einen Wachstumsprozess, bei dem sich die Wachstumsschritte in jeweils gleichen Zeitschritten um denselben Faktor vergrößern (z.B. verdoppeln). Der Verlauf ist zunächst flach und steigt langsam bis zum Scheitelpunkt. Ab diesem Zeitpunkt werden die Wachstumsschritte »explosiv« größer, bis sie unendlich groß werden. In der Naturwissenschaft sind das Wachstum von Bakterien, Viren oder Krebszellen typische Beispiele für exponentielles Wachstum.
Es gibt eine Geschichte über den Erfinder des Schachspiels und seinen König, die verdeutlicht, wie schwer es ist, sich exponentielles Wachstum vorzustellen. In der Geschichte versprach der König dem Erfinder nach der Präsentation des Spiels etwas gelangweilt eine Belohnung. Den Erfinder ärgerte das geringe Interesse des Königs an seiner Leistung, weshalb er sich eine List ausdachte. Er bat den König um eine ganz »bescheidene« Belohnung. Er wollte kein Gold, keine Juwelen, keine einträglichen Ländereien. Sein Wunsch war nur »ein wenig« Reis und zwar so viel, wie man einem Schachbrett zuordnen könne, wenn man auf das erste Feld ein Korn, auf das zweite Feld zwei Körner, auf das dritte Feld vier Körner, auf das vierte Feld acht Körner usw. legen würde. Die Menge der Reiskörner wird also mit jedem Feld auf dem Schachbrett verdoppelt.
Der König meinte auf billige Art und Weise davon zu kommen. Etwas vorschnell belächelte er die Dummheit des Erfinders und bestellte eine Schüssel mit Reis. Sehr bald zeigte sich aber, dass die Schüssel auf keinen Fall ausreichte. Einige Berechnungen des Hofmathematikers machten klar, dass die »ganz bescheidene« Bitte des Schachspiel-Erfinders nicht erfüllbar war. Insgesamt braucht man nämlich 2^63 (zwei hoch 63) Reiskörner, allein für das letzte Feld des Schachbretts. Das sind 9 Trillionen 223 Billiarden 372 Billionen 36 Milliarden 854 Millionen 776 Tausend Reiskörner. In Summe ergeben sich für das ganze Schachbrett mit seinen 64 Feldern, über 18,4 Trillionen Reiskörner. Mit dieser Menge könnte man die gesamte Erdoberfläche, das sind ca. 510 Millionen Quadratkilometer, mit einer dünnen Schicht Reis bedecken.[11]
Ein weiteres Beispiel soll klar machen, dass exponentielles Wachstum nicht leicht einzuschätzen ist. Es gibt zwei Jobangebote für ein Jahr und es werden zwei Varianten für die Bezahlung zur Auswahl gestellt. Bei Variante A werden in jeder Woche 100.000 Euro bezahlt. Bei Variante B werden in der ersten Woche nur 0,01 Euro, also 1 Eurocent bezahlt und in jeder folgenden Woche wird die Bezahlung verdoppelt.[12] Die Frage ist nun, welche Bezahlung die bessere ist, denn im ersten Moment scheint ein Obolus von 100.000 Euro pro Woche im Vergleich zu den 0,01 Euro bei Variante B verlockend. Was bei Variante A für das ganze Jahr herauskommt, können die meisten Leute leicht im Kopf ausrechnen: 52 Wochen x 100.000 Euro = 5.200.000 Euro.
Variante B lässt sich nicht so leicht im Kopf rechnen, denn hier kommt man mit einfachen Grundrechenarten nicht weiter. Man kann die Verdoppelungen mit Kopfrechnung versuchen: in der ersten Woche werden 0,01 Euro bezahlt, in der zweiten Woche 0,02 Euro, in der dritten Woche 0,04 Euro, in der vierten 0,08 Euro. Das ist nicht viel. Wer weiter rechnet, der kommt auch in der zehnten Woche nur auf eine Bezahlung 5,12 Euro. Die Gesamtsumme ließe sich berechnen, indem man diese Verdoppelung nun 52 mal wiederholt, was dann in Woche 32 mit 21.474.836,48 Euro, in Woche 40 mit 5.497.558.138,88 Euro und in Woche 52 mit 22.517.998.136.852,50 Euro schon unübersichtlich wird. Außerdem müssen am Schluss alle 52 Zahlen addiert werden, um den Jahreslohn zu berechnen. Einfacher geht es mit einem Taschenrechner oder einer Tabellenkalkulation, wenn man die richtige Formel kennt: 0,01 x 2^w. Das »2 hoch w« ist eine Exponentialfunktion. Die zwei bedeutet die Verdoppelung und der Exponent, das »w«, ist die Anzahl der Wochen. Der Jahreslohn kann durch die Formel 0,01 x 2^52 (0,01 ist der Eurocent der in der ersten Woche gezahlt und dann immer wieder verdoppelt wird) berechnet werden.
Die Rechnung ergibt über 45 Billionen Euro – das wären umgelegt 3,752 Billionen Euro pro Monat. Das Bruttoinlandsprodukt der Bundesrepublik Deutschland betrug im Jahr 2023 »nur« 4,19 Billionen Euro. Man hätte also mehr als das zehnfache dessen verdient, was ganz Deutschland im Jahre 2023 erwirtschaftet hat.
Für diejenigen die sich selten mit großen Zahlen befassen, sei noch der Hinweis gegeben, dass eine Billionen gleich tausend Milliarden sind. Ein Milliarde sind tausend Millionen und eine Million sind tausend mal Tausend.[13][14][15]
»Jeder, der glaubt, dass exponentielles Wachstum in einer endlichen Welt für immer weitergehen kann, ist entweder verrückt oder ein Wirtschaftswissenschaftler.«
— Kenneth Ewart Boulding (*1910–✝︎1993), US-amerikanischer Wirtschaftswissenschaftler
Die beiden Beispiele für exponentielles Wachstum haben gezeigt, wie überraschend explosiv sich ein solches Wachstum zeigt. Doch was hat das mit dem Zinseszins zu tun? Zinsen werden in der Regel jährlich (»per annum« oder abgekürzt »p.a.«) abgerechnet. Bei einer Verzinsung von 100% p.a. würde auch hier, pro Jahr, eine Verdoppelung erzielt. In der Regel werden Vermögen jedoch nicht mit 100% p.a. verzinst, sondern mit Zinssätzen zwischen 0,5% und 20%. Aber auch bei niedrigeren Zinssätzen findet eine Verdoppelung statt, nur ist der Zeitabstand, der dafür benötigt wird größer. Der Zeitabstand ergibt sich näherungsweise, wenn man die Schlüsselzahl 72 durch den Zinssatz teilt.[16]
Die Abbildung 10 zeigt, wie sich durch die Verzinsung ein Betrag von 100,00 Euro nach einer gewissen Zeit verdoppelt. Bei 1% verdoppelt sich der Betrag nach 72 Jahren, bei 5% nach 15 Jahren und bei 12% bereits nach sieben Jahren. Je höher der Zinssatz ist, desto kleiner wird der Zeitabstand für die Verdoppelung. Abbildung 11 zeigt denselben Zusammenhang in Zinskurven. Je höher der Zinssatz, um so früher eskaliert die Kurve gegen unendlich.
Es gilt heute als besonders schlau, wenn man nicht für sein Geld arbeitet, sondern sein Geld für sich arbeiten lässt. Wie man richtig investiert, in Aktien, Derivate, Rohstoffe oder Kryptowährungen, erklären Finanzgurus in Coachings, im Fernsehen, in sozialen Medien, Zeitschriften oder in dicken Büchern. Das Geld wird als Ware betrachtet, die man gegen einen Zins verleiht, die man kauft, wenn die Preise niedrig sind oder verkauft, wenn die Preise hoch sind. Das Ziel ist immer, aus Geld mehr Geld zu machen – mit Geld Geld zu verdienen. Da macht es keinen Unterscheid, ob man sein Geld bei der Sparkasse für einen bescheidenen Zinssatz anlegt oder ob man mit Bitcoins oder Derivaten spekuliert. Am Ende kommt es auf den Zinsgewinn, den Profit an.
Was häufig übersehen wird, ist die Tatsache, dass nicht das Geld arbeitet, sondern die Menschen. Ich persönlich habe jedenfalls noch nie Geld bei der Arbeit gesehen. Der Gewinn, den ein »Investor« erzielt, ohne selbst zu arbeiten, wird von denjenigen erarbeitet, die tatsächlich die Arbeit leisten. Am Ende bzw. am Anfang jedes Produktionsprozesses steht immer ein Mensch, der die Arbeit verrichtet – egal wie komplex, digital oder automatisiert die Weltwirtschaft auch sein mag. Erhält dieser Mensch für seine Arbeit kein angemessenes Einkommen, während der »Investor« die Erträge für sich beansprucht, bedeutet das er ausgenutzt wird. Der Zinseszinsmechanismus verschärft diese Dynamik noch weiter und führt zu immer größeren Ungleichheiten.
Das Paradoxe daran: Die meisten Menschen tragen selbst zu diesem System bei. Sogar das Bundesfinanzministerium bietet »finanzielle Bildung« an, in der erklärt wird, wie man von der Arbeit anderer profitiert. Viele »Kleinanleger« suchen eifrig nach den besten Renditemöglichkeiten, investieren in Fonds oder erwarten zumindest Zinsen auf ihr Tagesgeld. Doch immer dann, wenn jemand Geld erhält, ohne selbst zu arbeiten oder seine Fähigkeiten für das Gemeinwohl einzusetzen, wird irgendwo ein anderer Mensch ausgebeutet. Wenn dieses Verhalten zur Norm wird, beuten sich letztlich alle gegenseitig aus.
Während man sich über Gewinne aus Spekulationen – sei es durch Bitcoins oder steigende Aktienkurse – freut, ist man Teil eines Systems, das nicht nur andere ausbeutet, sondern auch einen selbst. Was zunächst wie ein persönlicher Vorteil erscheint, kehrt sich am Ende gegen einen selbst und macht die Nutznießern selbst zu Ausgebeuteten. Spätestens an dem Punkt, an dem der Großteil der fleißigen Menschen und der Natur ausgebeutet ist, nützt einem das viele Geld nichts mehr, weil man nichts mehr dafür kaufen kann.
Es wäre würdig, wertvoll, wichtig, sich das zu merken, aufzumerken, aufmerksam zu sein.
Gabler Online: „Zinsen / Volkswirtschaftslehre“,
https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/zinsen-47990/version-271249 (Abruf 4.9.2024, 11:10)
Creutz 2012, S. 94 f.
Lietaer 1999, S. 129
Creutz 2012. S. 97
Creutz 2012, S. 98
Creutz 2012, S. 96 / S. 104
Köbler 2022, S. 561
Dörner 2021, S. 167 f.
Kennedy 2006, S. 20-27
Thoma, Martin: „Der Kaiser von China und der Reis“,
http://martin-thoma.com/der-kaiser-von-china-und-der-reis (Abruf 2.9.2024 17:15)
Creutz 2012, S. 118 ff.
Kennedy 2012, S. 21
Creutz 2009, S. 119
Senf 2014, S. 40
Creutz 2009, S. 183 f.