Das bestehende Geldsystem steht im Widerspruch zur Idee von Demokratie und ihren Grundwerten: Freiheit (individuelle Entwicklung, Eigentum), Recht (Gleichheit, Gleichberechtigung) und Einigkeit (Brüderlichkeit, Solidarität, Sozialität, Liebe). Der Einigkeit widerspricht das System, weil es Konkurrenzdruck, Wachstumszwang und die Ausbeutung von Mensch und Natur erzeugt. Der Gleichberechtigung widerspricht das System, weil es durch die ständige Umverteilung von den Fleißigen zu den Geldverleihern eine extreme Ungleichheit und Ungerechtigkeit erzeugt, über Geld und damit auch über Macht zu verfügen. Das Geld ist im eigentlichen Sinne für die Freiheit da. Es soll dem einzelnen Menschen ermöglichen, die Dinge zu kaufen, die er für seine freiheitliche Entwicklung benötigt. Das System widerspricht aber der Freiheit, weil es ein undurchschaubares Gewirr von Abhängigkeiten und Herrschaft erzeugt.[1]
von Michael Plein | 25. Februar 2025
Als Bürger eines demokratischen Staates gehen die meisten davon aus, dass das Volk der Souverän (Inhaber der Staatsgewalt) ist und durch sein Wahlverhalten die Parlamente und die Politik bestimmt, und diese im Sinne der Wähler agieren. Aufgrund der sich fortschreitend exponentiell entwickelnden Umverteilung von Geld und Vermögen durch Zinsen und Enteignung für aus dem Nichts geschöpfte Kredite ist das globale Machtgefüge jedoch genau umgekehrt.
Denn Geld bedeutet Macht, ganz einfach, weil man damit die Stärke und Gewalt hat, etwas zu machen, etwas in Bewegung zu setzen. Diese Macht ist mittlerweile bei einer kleinen »Finanzoligarchie« (Herrschaft von Wenigen, die über viel Geld verfügen) konzentriert. Das sind superreiche Privatpersonen, die Inhaber und »Investoren« der globalen Finanzindustrie und Großkonzerne. Auch die an der Spitze des Geld-Systems stehenden Zentralbanken und ihre Kontrollorgane sind oft keine öffentlichen oder staatlichen Institutionen, sondern ganz oder teilweise Privatunternehmen.
»Der Stammbaum [des Geldes] hat die Form einer umgedrehten Pyramide mit Tausenden von Geschäftsbanken ganz oben, 170 Zentralbanken auf der mittleren Ebene (je nach Inhaberschaft in drei Kategorien zusammengefaßt) und zwei supranationalen Organisationen ganz unten.
…
Bis ins Jahr 1936 befanden sich nahezu alle Zentralbanken im Besitz der größten Privatbanken des jeweiligen Landes. Bis zum heutigen Tag sind zehn Zentralbanken Privatunternehmen im Besitz von Banken, darunter die neue Europäische Zentralbank, die Federal Reserve in den USA, die Schweizerische Nationalbank, die Bank von Italien und auch die Südafrikanische Reservebank. …
Schließlich gibt es noch zwei wichtige Familienmitglieder, die die bedeutendsten supranationalen Koordinationsintrumente zwischen den Zentralbanken darstellen: – einen Polizisten, das ist der Internationale Währungsfonds, und – einen privaten Club, das ist die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ)« [2]
Die Eigentümer dieser Privatunternehmen nehmen bestimmenden Einfluss auf das Wirken ihrer Unternehmen. Wegen ihrer enormen Geldmacht ist diese Personengruppe in der Lage, weltweit ihre Interessen durchzusetzen. Diese Interessen sind – obwohl man schon längst genug davon hat – die weitere Konzentration von Macht und Geld, denn der systemimmanente Konkurrenzdruck treibt alle, die nicht weiter wachsen und mächtiger werden, früher oder später in den Ruin. Es muss immer mehr Kontrolle nach unten ausgeübt werden, denn das Geld muss von den Bürgern erarbeitet und von unten nach oben verteilt werden.
Berühmte Vertreter dieser Finanzelite sind im Moment z.B. Donald Trump, Elon Musk, Peter Thiel, Jeff Bezos, Bill Gates oder Georg Soros, wobei nicht immer ganz klar ist, wer von diesen nun aus reinem Egoismus oder als Menschenfreund handelt. Wenn ich einer der reichsten Menschen der Welt wäre, würde ich jedoch garnicht in der Öffentlichkeit auftreten – dann lässt es sich nämlich leichter agieren. Ich meine so schlau sind die wirklich Superreichen auch, weshalb wir diese vielleicht nie zu Gesicht bekommen.
Der deutsche Journalist und Autor Paul Schreyer schreibt, dass »privater Reichtum als Ursprung von Herrschaft immer weniger sichtbar wird«, weil diese zunehmend an überstaatliche Finanzinstitutionen delegiert wird, was bedeutet »in den neuen Instanzen von IWF bis EZB verschmelzen Finanzmacht und Politik«.[3] Er schildert außerdem wie internationale Lobbygruppen Einfluss auf Politik und Medien nehmen, und wie überstaatliche Finanzinstitutionen zu informellen Regierungen geworden sind, obwohl sie meist ohne rechtliche Grundlage und ohne demokratische Kontrolle tätig sind.[4]
Zusammen mit der Organisation des weltweiten Geldsystems ergibt sich so die Hierarchie der Geldherrschaft, wie sie in Abbildung 18 angedeutet ist.
So erklärt sich der oft diffuse Eindruck, dass Politiker selten die Interessen der Allgemeinheit und ihrer Wähler vertreten, sondern immer öfter die meist gegenteiligen Interessen bestimmter Lobbygruppen. Auch, dass die Medien immer spürbarer nicht offen und unabhängig, sondern mit einer deutlichen Meinungs-Tendenz berichten, ließe sich so erklären. Ebenso wird immer offensichtlicher, dass die Erfüllungsgehilfen der Finanzindustrie immer wieder in öffentlichen und politischen Ämtern eingesetzt werden, um die Interessen ihrer früheren und zukünftigen Arbeitgeber durchzusetzen.
Zum Beispiel war der frühere Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) Mario Draghi, ehemaliger Vizepräsident bei Goldman Sachs. Goldman Sachs ist eine der größten Investmentbanken der Welt. Außerdem war Draghi Mitglied in der »Group of Thirty«, einer privaten Lobbyorganisation der Großbanken[5] und Vorstandsmitglied bei der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ, englisch Bank for International Settlements, die Zentralbank der Zentralbanken) in Basel.[6][7] Der derzeitige Bundeskanzler Friedrich Merz war von 2016 bis 2020 Aufsichtsratsvorsitzender der Blackrock Asset Management Deutschland AG, der deutschen Einheit der Investmentgesellschaft BlackRock.
Die Vorsitzende der Partei AfD Alice Weidel arbeitete ein Jahr als Analystin bei Goldman Sachs in Frankfurt. Ursula von der Leyen, Präsidentin der Europäischen Kommission, nimmt als Mitglied des Kuratoriums regelmäßig am Weltwirtschaftsforum (WEF), sowie an der Bilderberg-Konferenz teil.[8][9] Wie der vorherige Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland Olaf Scholz in den sogenannten »Cum Ex«-Skandal verwickelt ist, ist noch immer unklar. Dieser wird als »der wohl größte organisierte und systematisch vollzogene Steuerskandal der deutschen Nachkriegsgeschichte« im Zusammenhang mit europäischen Finanzakteuren bezeichnet.[10] Für diese Art von Verwicklungen aus Politik und Finanz- und Großkonzernen lassen sich weltweit sicher noch viele Beispiele finden. Der schweizer Soziologe, Politiker und Autor Jean Ziegler brachte diese Situation 2005 gut auf den Punkt:
»Zu Beginn des neuen Jahrtausends beherrschen die transkontinentalen kapitalistischen Oligarchien die ganze Welt. Ihre tägliche Praxis und ihr Rechtfertigungsdiskurs stehen in radikalem Widerspruch zu den Interessen der übergroßen Mehrheit der Erdbewohner.«
— Jean Ziegler [11]
Die an der ETH Zürich durchgeführte Studie »The network of global Control« kam im Jahr 2011 zu dem Ergebnis, dass 147 eng miteinander verbundene Konzerne – vorwiegend aus dem Finanz- und Versicherungsbereich – im Kern die Weltwirtschaft kontrollieren. Das ist keine Verschwörungstheorie, sondern das Ergebnis einer aufwändigen Datenanalyse, die die Verflechtungen zwischen weltweit 43.000 Unternehmen untersucht hat.[12] Dieser Kern aus 147 Unternehmen, wird laut der Studie als eine ökonomische »Super-Entität« bezeichnet, da ein großer Teil der Kontrolle hier konzentriert ist. Beispiele für einflussreiche Unternehmen in dieser Studie sind unter anderem Barclays PLC, Capital Group Companies Inc., Fidelity Management and Research Company, AXA Gruppe, State Street Corporation oder JPMorgan Chase & Co.
Meine Schlussfolgerung aus all dem ist, dass mit dem Geld und mit »unserer Demokratie« etwas nicht stimmt, weil von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt Leute herrschen und regieren, die über sehr viel Geld verfügen. Paul Schreyer formuliert dazu sehr treffend wie folgt:
»Was folgt aus all dem? Wir leben heute offenbar in einem doppelten System aus gewählter und informeller Regierung. In den letzten hundert Jahren haben sich internationale Finanzstrukturen gebildet, die eng mit den gewählten Regierungen verzahnt sind. Nationale Parlamente oder auch das EU-Parlament haben weiterhin nur wenig Macht.
Sie entscheiden oft nicht im Interesse der Mehrheit der Bevölkerung. Und Staaten sind heute, genau wie vor hundert Jahren, bei Bankkonsortien verschuldet. Genau besehen existiert derzeit keine »Postdemokratie«, wie es der britische Politologe Colin Crouch im Titel seines berühmten Buches nennt, sondern allenfalls eine »Vordemokratie«, also eine, die noch keine ist und bisher auch keine war. Die Macht geht eben nicht, wie es in Artikel 20 des deutschen Grundgesetzes selbstbewusst behauptet wird, »vom Volke aus«, also von unten und von allen, sondern sie ist ganz im Gegenteil an einem fernen Punkt hoch über den Köpfen der Menschen auf das Dichteste konzentriert. Es mag banal klingen, doch alle Entscheidungsgewalt und Souveränität einer Gesellschaft läuft auf zwei simple Fragen hinaus: Wer darf das Geld erschaffen? Und wer entscheidet über seiner Verwendung? Heute erzeugen und verteilen Goldman Sachs, Barclays, Deutsche Bank und Co. fast alles Geld. Daher rührt ihre Macht. Wer an dieser Macht etwas ändern will, der muss die Schöpfung und Verteilung von Krediten neu regeln.«[13]
Ich möchte nochmal betonen, welche die entscheidenden Fragen sind: Wie funktioniert die Buchgeld- oder Kredit-Geldschöpfung? Wie organisieren wir diese so, dass sie der Freiheit und dem Sozialen dient? Und wie muss ein demokratischer Prozess gestaltet sein, durch den das möglich wird?
Aber, nicht nur die herrschenden »Eliten« wollen ihr Geld vermehren, sondern dieses Ziel verfolgen die meisten Leute in allen gesellschaftlichen Schichten. Das Geld soll mehr werden. Für das Mehr an Geld, den Gewinn, will man meist nicht arbeiten, sondern man will sein Geld arbeiten lassen – man will ein arbeitsloses Einkommen, eine Rente[14], erzielen. Das ist eine Art »Arbeitslosengeld« für »Investoren«.
Wer sein Geld auf diese Weise »macht«, gilt heute als besonders schlau. Von vielen werden solche Leute bewundert, die mit dem richtigen Aktiengeschäft oder einer Spekulation mit Bitcoin vom Bildschirm aus Millionen verdient haben. Wie man richtig investiert, in Aktien, Derivate, Rohstoffe oder Kryptowährungen, erklären Finanzexperten in Coachings, im Fernsehen, in sozialen Medien, Zeitschriften oder in dicken Büchern. Für diese Finanzberatungen muss man selbstverständlich auch bezahlen, obwohl ja die Berater behaupten, schon so viel Geld zu haben, dass sie es nicht bräuchten.
Das Geld wird von den Geldspezialisten gegen Zinsen verliehen oder es wird damit gehandelt, indem man kauft, wenn die Preise niedrig sind oder verkauft, wenn die Preise hoch sind. Das Ziel ist immer, aus Geld mehr Geld zu machen. Was dabei außerhalb des Bewusstseins bleibt, ist, dass Geld nicht arbeitet, sondern nur Menschen arbeiten. Das Geld, das man als Investor gewinnt, ohne dafür zu arbeiten, fehlt dem Menschen, der die Arbeit tatsächlich macht. Ganz am Ende ist nämlich immer ein Mensch, der die Arbeit macht, so komplex, digital und automatisiert die Weltwirtschaft auch sein mag. Dieser Mensch, der ganz am Ende ist, wird bestohlen, wenn der Investor ihn arbeiten lässt, das Geld aber für sich nimmt. Das Geld arbeitet, ist also ein schwerwiegender und weit verbreiteter Denkfehler – nur Menschen arbeiten!
Das Tolle[15]131 an dieser Sache ist, dass ja die meisten bei diesem Unsinn mitmachen. Viele »Kleininvestoren« suchen nach den besten Renditemöglichkeiten, viele Sparer investieren in Fonds und erwarten zumindest einen Zins auf ihr Tagesgeld. Aber immer dort, wo man Geld bekommt, ohne selbst zu arbeiten, also ohne seine Fähigkeiten zu entwickeln und für das Ganze einzubringen, wird jemand ausgebeutet.
Wenn jeder seine kleineren und größeren Geldbeträge rentabel anlegen will, dann muss auch jeder mehr oder weniger für die Renten der anderen arbeiten. Wenn die Masse der Leute das so macht, dann beuten sich alle gegenseitig aus. Das ist den wenigsten klar, die sich über Spekulationsgewinne aus ihren Bitcoins oder den steigenden Aktienkurs freuen: dass sie sich damit letzten Endes selbst ausbeuten.
Außerdem wird kaum bedacht, dass das ganze Geldsystem durch Zinsen, Zinseszinsen und indirekte Zinsen belastet ist. Dieser Zinsmechanismus verursacht eine ständige Umverteilung in exponentieller (ins Unendliche wachsender) Menge und Geschwindigkeit, von sehr vielen, die wenig Geld haben zu sehr wenigen, die sehr viel Geld haben. Bei diesem Spiel gehören mehr als 90% der Leute zu den Verlierern. Nur ziemlich reiche Leute, die mehrere Millionen »Kapital« anlegen, erzielen mehr Profit oder Rente, als sie selbst direkt oder indirekt abgeben müssen.
Und es ist noch viel schlimmer: Weil ja viele damit beschäftigt sind, für sich »das Beste« herauszuholen und nicht von den anderen übervorteilt zu werden, entsteht nach und nach überall im Kleinen und im Großen Gewalt: »Wenn ich auf mein Sparbuch keine 3% kriege, gehe ich zu einer anderen Bank!«,
»Wenn Sie die Zinsen auf Ihren Kredit nicht zahlen, nehmen wir Ihnen das Haus weg!«, »Wenn Sie die Geschäfte nicht zum Vorteil der Aktionäre führen, dann feuern wir Sie aus Ihrem eigenen Unternehmen!« bis hin zu »Wenn ihr uns auf dem Weltmarkt Konkurrenz um Ressourcen macht, zerstören wir euch mit militärischen Mitteln, durch einen Stellvertreterkrieg, sodass man es nicht gleich merkt!«. Diese armselige (rein auf das Materielle ausgerichtete und das Seelische und Geistige verneinende) Vorstellung vom Investieren ist, meiner Meinung nach, ein tiefer Grund für Gewalt und Krieg in der Welt auf allen Ebenen und in allen Größenordnungen. Wer sein Geld für sich arbeiten lässt, zerstört andere Menschen, die Natur, die Demokratie, die Freiheit und am Ende sich selbst.
Jetzt hilft es an dem Punkt, an dem die Struktur und die Auswirkungen des Geldsystems vielleicht zum ersten Mal so richtig ins eigene Bewusstsein treten, nicht, die Schuld für die herrschenden Verhältnisse bei »denen da oben« zu suchen. Es hilft nicht, sich moralisch über diese Menschen zu entrüsten, sondern vielmehr sollte zunächst die Struktur des Geldsystems kritisiert werden, was ich bis zu diesem Punkt versucht habe. Von dieser Kritik ausgehend, kann erst eine echte Lösung für die Zukunft entwickelt werden.
Das Geldsystem und die daraus erwachsenen Herrschaftsstrukturen, so wie sie heute bestehen, sind nämlich nur möglich, weil die meisten Leute die Frage nach dem Geld nicht stellen mögen. Diese Frage ist unbequem, denn sie stellt eine existenzielle Herausforderung dar, weil die Geld-Stereotype, auf die man vielleicht sein ganzes Leben aufgebaut hat, infrage gestellt werden. Wahrscheinlich hat man fleißig Geld verdient, schon in der Grundschule ein Sparbuch angelegt, in die Rentenkasse eingezahlt, Immobilien gekauft, klug in Finanzprodukte investiert und mit Gold oder Bitcoin spekuliert, um sich finanziell abzusichern. Vielleicht hat man sein Geld als Versicherungskaufmann, als Steuerberater, Finanzbeamter, Bankkaufmann oder Aktienhändler verdient. Damit hat man aber, wie es die meisten tun und auch tun müssen, genau das System gestärkt und gefestigt, das sich tatsächlich gegen den Menschen und seine Freiheit richtet.
Außerdem hat man sich ein ganzes Leben lang furchtbar abgemüht, was nicht nötig gewesen wäre, wenn es klare Begriffe vom Geld gegeben hätte.
Für die Zukunft geht es aber nicht darum, gegen das System zu kämpfen oder sich gegen die bestehenden Machtstrukturen durchzusetzen, um ein anderes, »besseres« System zu installieren. Wir müssen nicht raus aus dem System – womöglich in ein anderes System rein –, sondern das System muss raus aus uns. Das Geldsystem, das sich durch die bestehenden Geld-Stereotype selbst stabilisiert, muss aus den Köpfen der Menschen verschwinden. Nachdem das »Problem« bis hierher halbwegs greifbar gemacht wurde, wird es in den folgenden Kapiteln darum gehen, wie sich der Schlamassel lösen lässt.
Dazu werden ungewöhnliche, aber zukunftsfähige Begriffe von Geld, Arbeit, Wirtschaft und Unternehmen entwickelt. Daraus ergeben sich wiederum neue Perspektiven auf Themen wie Produktion, Konsumtion, Zusammenarbeit, Kreditieren, Investieren, Subventionieren, Eigentum, Wirtschaftlichkeit, Einkommen oder Kapital.
Wirtschaft ist in ihrer Essenz ein wunderschönes Zusammenspiel aus Produktion und Konsumtion, das es ermöglicht, Freiheit zu entwickeln und in Fortschritt zu verwirklichen. Es geht darum, dass jeder Mensch die Mittel hat, seine Fähigkeiten zu entwickeln, während er diese Fähigkeiten zugleich in der Zusammenarbeit mit anderen einsetzt, um das herzustellen, was von anderen gebraucht wird, damit diese ihre Fähigkeiten bestmöglich entwickeln können. Arbeit wird so zu einem Akt der Selbstbestimmung und Selbstverwirklichung, bei dem Beruf und Berufung verschmelzen. Unternehmen können zu Orten werden, an denen Menschen freiwillig ihre Fähigkeiten entfalten und gemeinsam das Wahre, Schöne und Gute schaffen.
In diesem »Wirtschaftsorganismus« hat Geld eine zentrale, jedoch grundlegend andere Aufgabe als bisher. Es darf kein Mittel zur Ausbeutung durch Zinsen oder Spekulation sein. Geld muss frei durch den Wirtschaftsorganismus fließen und verantwortungsvoll in Sinne des Sozialen Ganzen geordnet werden, um die Balance zwischen Produktion und Konsumtion zu gewährleisten. Dies erfordert Übung und ein neues Verständnis von Verantwortung und Demokratie.
Dieser Wandel verlangt keine Abschaffung des bestehenden Geldsystems, sondern ein tieferes Verstehen dessen, was wirklich ist. Wenn wir alte Denkweisen überwinden und unser Handeln an der Wirklichkeit ausrichten, können wir Spannungen und Krisen verringern. Es braucht keine Revolution im Außen, sondern eine im Innen, im Denken – eine geistige Freiheit, die zu einer Wirtschaft führt, die allen dient.
Suhr 1983, S 115-127
Lietaer 1999, S. 95 f.
Schreyer 2016. S. 177
Schreyer 2016. S. 180-190
Wikipedia: "Group of Thirty", unter https://de.wikipedia.org/wiki/Group_of_Thirty (Abruf 12.11.14 21:00)
Wikipedia: "Mario Draghi", unter https://de.wikipedia.org/wiki/Mario_Draghi (Abruf 12.11.14 21:00)
„Our mission is to support central banks' pursuit of monetary and financial stability through international cooperation, and to act as a bank for central banks.“, https://www.bis.org/about (Abruf 7.3.24 19:30)
Schreyer 2016, S. 179
„Ursula von der Leyen … Member of the Board of Trustees of the World Economic Forum.“,
https://www.weforum.org/stories/authors/ursula-von-der-leyen/ (Abruf 25.2.2025 11:50)
Friedrich Naumann Stiftung: „Der Milliardenbetrug - Das System Cum Ex und seine Hintergründe„,
https://plus.freiheit.org/mediathek/der-milliardenbetrug-das-system-cum-ex-und-seine-hintergrunde (Abruf 12.12.2024 10:30)
Ziegler 2005, S. 12
Vitali/Glattfelder/Battiston 2011, S. 6
Schreyer 2016, S. 191
Rente: regelmäßiges Einkommen, das jmd. ohne aktuelle Gegenleistung bezieht, Ertrag einer Kapitalanlage,
https://www.dwds.de/wb/Rente (Abruf 12.12.2024 21:15)
toll Adj. ‘verrückt, nicht bei Sinnen, ausgelassen, wild, großartig, unglaublich, schlimm’, steigernd ‘sehr groß, stark’, älter auch ‘geistesgestört, tollwütig’, https://www.dwds.de/wb/toll (Abruf 18.7.2024 17:40)